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Thomas Huber

CSU 30.01.2025 Sitzungen 19/40

Verehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, verehrte Vertreter der Jugendorganisationen! Unsere Jugend ist der Herzschlag unserer Gesellschaft. Sie ist voller Energie, voller Potenzial und voller Hoffnung. Doch wir spüren auch: Diese Hoffnung droht in der heutigen Zeit zu bröckeln. In einer Welt, die von Krisen, Unsicherheiten und rasantem Wandel geprägt ist, stehen wir vor der Herausforderung, der jungen Generation in Bayern wieder mehr Zuversicht zu geben. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist das Fundament für ein erfolgreiches und stabiles Bayern. Er gibt Sicherheit und Orientierung, Werte, die unsere jungen Menschen dringend brauchen. Bayern ist bekannt für seinen starken Gemeinsinn. Fast die Hälfte unserer Bürgerinnen und Bürger engagiert sich ehrenamtlich. Ob im Sportverein, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder in Hilfsorganisationen – diese Menschen leisten Großartiges. Dafür sage ich ein herzliches Vergelts Gott. (Beifall bei der CSU sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER) Doch die Herausforderungen wachsen. Immer weniger junge Menschen fühlen sich motiviert, sich langfristig zu engagieren. Es wird schwieriger, Freiwillige für Vereine, politische Ämter oder Blaulichtorganisationen zu gewinnen. Dabei ist dieser Einsatz doch so unverzichtbar; denn der Staat allein kann nicht alles leisten. Wir müssen deshalb den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, um unsere Demokratie, unseren Wohlstand und unseren sozialen Frieden zu sichern. Mein geschätzter Kollege Josef Heisl hat es vorhin bereits angesprochen: Ein zentraler Baustein für den gesellschaftlichen Zusammenhalt kann auch die von uns geforderte verpflichtende Gesellschaftszeit sein. Sie bietet jungen Menschen Chancen, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv für die Gemeinschaft einzusetzen, sei es in Blaulichtorganisationen, in sozialen Einrichtungen, im Umweltschutz oder eben auch bei der Bundeswehr. Diese Zeit kann und soll den Horizont erweitern, den Teamgeist fördern und den Sinn für das Gemeinwohl stärken. Bereits im letzten Jahr haben wir in der CSU-Fraktion einen Denk- und Beteiligungsprozess zur Gesellschaftszeit angestoßen. Die Ergebnisse waren durchaus positiv und sind in unsere Resolution zur Gesellschaftszeit eingeflossen, die flexible Modelle vorsieht: einjähriger Dienst, berufsbegleitende Option oder gar ein Lebenszeitkonto, das Engagement über das gesamte Leben ermöglicht. Solche beispielhaften Ansätze machen die Gesellschaftszeit nicht nur zukunftsfähig, sondern auch attraktiv. Ein angemessener finanzieller Ausgleich, Fortbildungszertifikate oder Erleichterungen beim Studienzugang runden das Konzept ab. Dieser Dienst wäre ein wichtiger Schritt, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, der Jugend ein klares Zukunftsversprechen zu geben und zu vermitteln: Ihr seid wichtig, und ihr gestaltet künftig unsere Gesellschaft. – Gleichzeitig dürfen wir aber die Schwächsten nicht vergessen. Die Corona-Pandemie, die wirtschaftliche Entwicklung und die dystopische Entwicklung der sozialen Medien haben Spuren bei der Jugend hinterlassen. Immer mehr Jugendliche wachsen in einem schwierigen Umfeld auf. Das dürfen wir auch nicht aus dem Blick verlieren. Die Jugendhilfe und die zahlreichen Mitarbeitenden in Bayern leisten hier Herausragendes. Sie bieten nicht nur Schutz, sondern auch Perspektiven für Kinder und Jugendliche, die in schwierigen Lebenslagen aufwachsen. Durch intensive Betreuung, Bildung und Integration ermöglichen wir ihnen, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Diese Arbeit verdient unsere volle finanzielle, personelle und politische Unterstützung. Deswegen sage ich den Kolleginnen und Kollegen der GRÜNEN und der Bundesregierung: Lieber Kollege Becher, die von der Bundesregierung vermurkste SGBVIII-Reform ist nur ein Beispiel für politisches Versagen, und das stärkt die Extremisten. Aber lassen Sie mich noch einmal kurz auf das Ehrenamt zurückkommen: Bayern ist bereits Spitzenreiter beim Ehrenamt, gerade unter den Jungen. Wir haben alle vor Ort: in unseren Jugendverbänden, beim Trachtenverein, bei der Freiwilligen Feuerwehr, bei der Wasserwacht. Das sind engagierte junge Leute, und wir müssen alles daransetzen, dieses Engagement weiter zu fördern und noch stärker anzuerkennen, weil das Ehrenamt Zusammenhalt schafft. Es vermittelt Werte wie Respekt, Solidarität und Verantwortung. Es zeigt: Jeder Einzelne kann etwas bewegen, und das ist eine Botschaft, die gerade junge Menschen motiviert und stärkt. Liebe Kolleginnen und Kollegen, unsere Jugend braucht Perspektiven, sie braucht Zuversicht, und es ist unsere Aufgabe, ihr diese zu geben: durch gute Bildung, durch wirtschaftliche Stabilität und durch ein starkes gesellschaftliches Miteinander. Deswegen können eine verpflichtende Gesellschaftszeit, die Förderung des Ehrenamts und die Unterstützung der Schwächsten zentrale Bausteine für ein Zukunftsversprechen sein, das nicht nur Worte, sondern Taten zeigt. Lasst uns deswegen weiter gemeinsam dafür sorgen, dass Bayern ein Land bleibt, das junge Menschen ermutigt, stärkt und begeistert. (Beifall bei der CSU sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER)

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