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Markus Walbrunn

AfD 22.01.2025 Sitzungen 19/39

Herr Vizepräsident, meine Damen und Herren! Ich will mit einem Zitat beginnen: "Gendern ist mehr als die Benutzung eines Sternchens. […] Wir haben dieser Sprachvergewaltigung durch Benutzung des Gendersternchens schnell und rasch den Stöpsel gezogen, indem wir für Bayern beschlossen haben: Das findet in öffentlichen Verwaltungen und in den Schulen nicht statt. Das ist gut so." So weit würde ich jetzt tatsächlich nicht gehen. Ich würde sagen, es ist zumindest gut gesprochen, könnte in der Schärfe und Klarheit der Bewertung dieses unsäglichen Gestammels tatsächlich von einem AfD-Abgeordneten stammen, stammt aber tatsächlich vom Kollegen Pohl, hier im Hohen Haus am 13. November vergangenen Jahres vorgetragen. Ich muss sagen: Als ich das damals gehört habe, hat es mich echt gerissen. Ich habe keine Ahnung, ob diese Aussage in Unkenntnis der Sachlage getroffen wurde oder ob dem Bürger einfach dreist Sand ins Auge gestreut werden soll. Eines ist jedenfalls klar: Die Realität an Bayerns Schulen spiegelt das leider nicht wider. In Wahrheit wird dort immer noch gestammelt, wird da immer noch unsere Sprache vergewaltigt. Und wissen Sie was? – Dafür tragen CSU und FREIE WÄHLER die Verantwortung; denn Sie sind es, die sich weigern, Ihr eigenes Genderverbot auch einmal konsequent durchzusetzen. (Beifall bei der AfD) Tatsächlich ist es nämlich so, dass die Verwendung sogenannter geschlechtergerechter Schreibweisen in bayerischen Leistungsnachweisen zwar als Fehler markiert, aber nicht, was folgerichtig wäre, auch als solcher mit Punktabzug geahndet wird. Das mag der eine oder andere für halbgar oder gar undurchdacht halten; ich aber meine, da liegt man falsch. Ich würde sagen: Das hat System und ist typische Unionspolitik. Dies gilt analog genauso für die FREIEN WÄHLER. Man kennt das nämlich auch aus anderen Bereichen, zum Beispiel der Migration. Einerseits greift man den Unmut über eine durch linke Ideologie hervorgerufene Fehlentwicklung auf, ohne aber andererseits dieser überhaupt effektiv entgegenwirken zu wollen; denn das könnte sonst wirklich Widerstand provozieren, und so etwas möchte man doch nicht. Es reicht ja schon, wenn man die Wählerstimmen bekommt. Dieses Pseudoverbot erlaubt es jedenfalls dem Ministerpräsidenten oder auch dem Kollegen Pohl, durchs Land zu tingeln und sich als Streiter gegen das Gendern zu inszenieren, obwohl sich doch eigentlich gar nicht so viel geändert hat, im Wesentlichen eigentlich nur der Lesefluss der Eltern bei Schulrundschreiben, der jetzt nicht mehr durch Sternchen und Binnen-I gestört wird. Um es klar und deutlich zu sagen: Uns reicht das nicht. Wir wollen dieser Verstümmelung unserer Sprache wirklich und entschlossen entgegentreten, ihr wo immer rechtlich möglich ein Ende bereiten. Die AfD fordert deshalb in diesem Antrag, das Gendern in schulischen Arbeiten auch als Fehler mit Punktabzug zu ahnden, so wie das seit Schulbeginn in Sachsen bereits der Fall ist. Kollege Brunnhuber, bei allem Respekt: Warum das, wie von Ihnen im Ausschuss geäußert, den Schulfrieden gefährden oder pädagogisch nicht sinnvoll sein soll, erschließt sich mir nicht. Die Anzahl der Hungerstreiks und der durch militante Gender-Fundamentalisten niedergebrannten Schulen in Sachsen bewegt sich zumindest stark unter meiner Wahrnehmungsschwelle. Vielleicht hat aber hier jemand anderes mehr Erkenntnisse. Aber Spaß beiseite: Der Friede an unseren Schulen ist teilweise wirklich gefährdet. Das hat aber andere Gründe. Da reden wir zum Beispiel über Mobbing und zunehmende Kriminalität. Inwiefern das auch nicht pädagogisch sinnvoll sein soll, führen Sie vielleicht gleich in Ihrer Rede aus. Das würde mich tatsächlich interessieren. Im Ausschuss sind Sie nämlich nicht weiter darauf eingegangen. Wir finden es jedenfalls folgerichtig, wenn an Schulen Fehler auch Konsequenzen haben, so wie das im Berufsleben dann auch der Fall ist. Das ist eine wertvolle Erfahrung, die ich grundsätzlich jedem Schüler zumuten möchte. Wissen Sie, was noch folgerichtig ist? – Wenn man echte, rechtskonservative Politik mit klarer Kante möchte, wählt man AfD; denn mit Ihnen bekommt man leider immer nur Mogelpackungen wie Ihr sogenanntes Genderverbot. (Zuruf von den GRÜNEN: Das ist hier keine Wahlkampfveranstaltung!) Mit uns aber wird dieser Sprachvergewaltigung (Bernhard Pohl (FREIE WÄHLER): Die Populisten sollen konservativ sein?) – Herr Pohl, passen Sie auf; ich komme schon wieder auf Sie, nämlich mit einem Ringschluss – wirklich schnell und rasch der Stöpsel gezogen werden. Das verspreche ich Ihnen, und das, Herr Pohl, ist dann auch wirklich gut so. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der AfD)

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