Gerd Mannes
Ihre Ausführungen, die Sie jetzt gemacht haben, waren im Wesentlichen auf den Stromsektor bezogen. Sie wissen aber: Wir haben noch die Mobilität, und wir haben noch die Gebäude. Ich habe es vorhin schon die Kollegin von der CSU gefragt, und Sie haben dazu jetzt auch nichts gesagt. Das soll jetzt ein seriöses Ziel sein, bis 2040 CO -neutral zu sein. Dann sagen Sie doch jetzt: Wie wollen Sie es schaffen, dass die 10 Millionen Verbrennermotoren bis 2040 von Bayerns Straßen verschwunden sind und dass die Millionen von Gebäuden – da schätzen wir eineinhalb oder zwei Millionen Gebäude sind betroffen – kernsaniert werden? Wie wollen Sie das erreichen? Dazu haben Sie nichts gesagt. Staatsminister Thorsten Glauber (Umwelt und Verbraucherschutz): Ich beantworte Ihre Fragen in umgekehrter Reihenfolge, von hinten nach vorn. Als Architekt sage ich Ihnen, dass wir natürlich dazu angehalten sind – das ist das beste Handwerkerprogramm überhaupt –, Gebäude energiesparend zu sanieren. Energie wird eingespart, indem man das Dach dämmt, Fenster erneuert sowie Wände und Keller dämmt. Das macht man automatisch. Das kostet Geld. Das muss man aber nicht alles auf einmal machen. Dann hat man aber einen völlig anderen Energieaufwand. Ob die Wärmepumpe die benötigte Energie allein zur Verfügung stellen kann, wird man dann sehen. Eine energetische Sanierung wird bei einem Haus aus dem 19. Jahrhundert sicherlich deutlich schwieriger sein als beispielsweise bei einem Haus Baujahr 1970. Bei einem Neubau aus dem Jahr 2024 brauchen wir gar nicht zu überlegen, dafür ist eine Wärmepumpe das ideale Element zum Beheizen. Man sollte deshalb nicht immer ein Szenario zeichnen, als könnten wir das nicht. Wir können es im Prinzip auf allen Feldern. Es kann sein, dass man noch eine ganze Weile mit Feuer heizen muss. Verbrennen kann man aber auch Wasserstoff. Wir haben einen Plan. Wir wollen bei der Sanierung auf die Wärmepumpe umstellen. Jedes neue Gebäude wird am Ende mit der Wärmepumpe perfekt beheizbar sein. Wir haben in Bayern zum Beispiel die Flussthermie wiederbelebt, um größere Neubauten mit Wärmepumpen beheizen zu können. Zur Mobilität: Schauen Sie sich den Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors an. Ein sehr guter Verbrennungsmotor wie der Dieselmotor hat in seiner besten Ausführung einen Wirkungsgrad von maximal 40 %. Wenn Sie diesen Wert mit jenem eines Elektromotors vergleichen, stellen Sie einen Vorteil der Elektromobilität fest; denn der Wirkungsgrad eines modernen Elektrofahrzeugs liegt bei 68 bis 70 %. Allein der Wirkungsgrad und die Effizienz werden die Bürgerinnen und Bürger zum Kauf von Elektroautos bewegen, wenn sie deutlich günstiger werden, weil Geld gespart wird. Elektroautos brauchen weniger Energie und weniger Einsatz an Energieträgern. (Zuruf des Abgeordneten Franz Bergmüller (AfD)) Ich sage Ihnen noch eines: Ich würde gerne die Wertschöpfung bei uns in Bayern behalten, indem wir über Photovoltaikanlagen, über Windkraftanlagen und Wasserkraftanlagen unsere Autos beladen. Ich würde lieber die Wertschöpfung aus Bayern ins Auto tanken, als am Ende einen fossilen Energieträger aus den USA, Saudi-Arabien oder aus Russland zu importieren. Deshalb ganz klar: Wir stehen zur heimischen Energieversorgung. Wir stehen zu unserer heimischen Technologie. Wenn Sie heute mit BMW sprechen, versichern sie Ihnen, dass sie das können. Sie folgen diesem Fahrplan. Von daher: Zeichnen Sie bitte nicht immer so ein Szenario. Sie wollen meiner Meinung nach eine Welt malen, die so nicht existiert. Sie sind Bewahrer der Asche. Sie geben kein Feuer weiter. Sie leben keine Transformation. Das Bewahren der Asche braucht die Jugend nicht. Wir brauchen Transformation. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN sowie Abgeordneten der CSU und der GRÜNEN)
