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Christiane Feichtmeier

SPD 13.11.2024 Sitzungen 19/33

Bis Mitte des Jahres sind in Deutschland 253 Menschen ertrunken, davon 35 allein in Bayern. Immer wieder kommt es zu Tragödien, weil Kinder nicht schwimmen können. Im Sommer ist ein sechsjähriger Junge im Eisolzrieder See bei Bergkirchen untergegangen und dabei schwer verletzt worden. An Allerheiligen ist ein Dreijähriger in der Therme in Berchtesgaden ins Wasser gefallen und dort mehrere Minuten getrieben. Beide haben dank beherzter Hilfe überlebt. Das zeigt, wir müssen alle daran arbeiten, wir müssen alle dafür sorgen, dass unsere Kinder schwimmen können. Es kann und darf nicht sein, dass immer weniger Kinder schwimmen können. Liebe Staatsregierung, Sie sind hier in der Pflicht. Was nützt ein Gutscheinprogramm für Schwimmkurse, wenn es aufgrund der fehlenden Schwimmbäder keine Schwimmkurse geben kann? – Genau um diese Schwimmbadförderung geht es in unserem heutigen Dringlichkeitsantrag; denn das Sonderprogramm Schwimmbadförderung läuft zum 31. Dezember dieses Jahres aus. Schwimmen zu können ist der beste Schutz gegen das Ertrinken, insbesondere die Schwimmfähigkeit der Kinder ist wichtig für ihre Sicherheit und ihr gesundes Aufwachsen. (Beifall bei der SPD) Deutschlandweit hat sich nach Angaben der DLRG die Anzahl der Grundschüler, die nicht schwimmen können, von 10 auf 20 % verdoppelt. Um schwimmen zu lernen, braucht es nun einmal Schwimmbäder, und diese werden hauptsächlich von den Kommunen betrieben. Auch die Schulen nutzen diese Bäder für den Schwimmunterricht, und nicht zu vergessen: Manche Karriere unserer Spitzensportlerinnen und Spitzensportler begann im heimischen Schwimmbad. Der Sanierungsbedarf kommunaler Bäder in Bayern ist immens. Wir haben einen Sanierungsstau von mindestens 2 Milliarden Euro. Überall kämpfen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister für das Überleben ihrer Bäder. Allein für das Jahr 2024 wurden bis Mitte des Jahres Förderanträge für 23 Bäder in Höhe von 70 Millionen Euro gestellt, von denen lediglich fünf konkret bewilligt wurden. In einem offenen Brief wandte sich der Förderverein für das Sommerbad Gauting aus meinem Landkreis an Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Die Situation in Gauting ist exemplarisch für viele Gemeinden in Bayern. Die Menschen vor Ort kämpfen für ihr Bad; denn mit dem Verschwinden der Schwimmbäder verlieren die Gemeinden nicht nur Sport- und Begegnungsstätten, sondern der ländliche Raum verliert an Attraktivität für Unternehmen und Einwohner. Für diese Schwimmbadförderung brauchen wir deshalb in den nächsten vier Jahren 20 Millionen Euro. Wir müssen auch die Fördersätze anpassen. Außerdem müssen Neubauten förderfähig sein, wenn Sanierungen nicht wirtschaftlich sind. (Beifall bei der SPD) Ich bitte daher um Zustimmung zu unserem Dringlichkeitsantrag. (Beifall bei der SPD)

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