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Roland Magerl

AfD 24.10.2024 Sitzungen 19/31

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, werter Kollege Hofmann! Es wird von unseren Kandidaten immer wieder verlangt, sich von Kollegen oder Kolleginnen oder von deren Aussagen zu distanzieren. (Volkmar Halbleib (SPD): Dann fangen Sie mal damit an!) Ich halte die ganze Distanzeritis eigentlich für eine Krankheit der Neuzeit. (Volkmar Halbleib (SPD): So, so!) Es wird nichts anderes versucht, als einen Spaltkeil in die Gesellschaft, in eine Partei, in eine Freundschaft zu treiben. Ich kann mich von selbstständigen Aussagen oder von einem Verhalten distanzieren oder mich entschuldigen, wenn ich der Meinung bin, dass ich was falsch gemacht habe. – Das habe ich. Das war eine Aussage in einem hitzigen Gefecht; dabei habe ich die Journalisten als "Ratten" bezeichnet. Ich habe mich unmittelbar danach persönlich bei den Anwesenden entschuldigt. Nur, dass das mal ankommt. (Beifall bei der AfD) Wie sich das mit dem T-Shirt verhält? – Ja, es war provokativ. Es ist aber auch provokativ, wenn man in Deutschland als Bundestagsabgeordnete hinter Bannern mit "Deutschland, du mieses Stück Scheiße" herläuft. (Beifall bei der AfD – Michael Hofmann (CSU): Genauso ungeeignet!) – Genauso ungeeignet, da gebe ich Ihnen recht. Aber eine gewisse Provokation an der einen oder anderen Stelle schadet nicht. (Volkmar Halbleib (SPD): Und die "Ratten" sind auch Provokation, oder wie?) – Ich habe mich dafür entschuldigt. Das habe ich gerade schon gesagt. Ein bisschen zuhören klärt das Ganze ganz leicht auf, Kollege. (Volkmar Halbleib (SPD): Aber gesagt worden ist es!) Nachdem ich schon in der letzten Legislaturperiode für das Amt des Vizepräsidenten kandidiert habe, werfe ich heute, ob es passt oder nicht, trotz der genannten Vorwürfe meinen Hut wieder in den Ring. Da mich einige von euch noch nicht kennen, nutze ich die Redezeit, um mich noch einmal vorzustellen. Ich bin Roland Magerl und werde im Januar 52 Jahre alt. Ich bin wohnhaft in Mantel bei Weiden in der schönen Oberpfalz. Ich bin verheiratet und habe drei Kinder, zwei Töchter und einen kleinen Sohn. Ich bin seit 2018 – also mittlerweile in der zweiten Legislaturperiode – im Landtag und gehöre dem Ausschuss für Gesundheit und Pflege an. Ich bin zum Glück in einem wohlbehüteten Elternhaus aufgewachsen, damals noch ein Vier-Generationen-Haus, heute unvorstellbar. Mein Vater war Beamter, die Mutter Hausfrau. Im Nachgang betrachtet kann man sich eigentlich keine schönere Kindheit vorstellen. Ich habe nach meinem Schulabschluss bei einem mittelständischen Weltmarktführer mit 1.500 Beschäftigten am Standort eine klassische Ausbildung als Elektroniker absolviert. Nach der Ausbildung war ich als Service-Monteur in vielen Ländern dieser Welt unterwegs und habe so viele Kulturen, Sitten und Bräuche kennenlernen dürfen. Ich habe verschiedene Weiterbildungen durchlaufen: REFA-Schein, Six-Sigma-Schein, Ausbilderschein, Fachkraft für Arbeitssicherheit usw. Während der letzten zwanzig Jahre, bevor ich 2018 in den Bayerischen Landtag eingezogen bin, war ich anfangs stellvertretender und später Vorsitzender des Betriebsrats. Als Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Weiden, stellvertretender Bezirksvorsitzender der AfD in der Oberpfalz, Vorsitzender des gewerkschaftlichen Vertrauenskörpers im Betrieb habe ich gelernt, wie man Versammlungen und Gremien leitet. Diese Erfahrung und Qualifikation könnte ich einbringen, falls ich denn gewählt werden sollte. (Heiterkeit und Beifall bei der AfD) Meine Damen und Herren, im Sächsischen Landtag hat es bereits wiederholt geklappt, dass ein Kandidat der AfD als Vizepräsident gewählt wurde, bisher mit keinen schlechten Erfahrungen. Er wurde als Vizepräsident des Landtags gewählt – und nicht als Vizepräsident der AfD. Wir haben hier im Hohen Haus eine Präsidentin des Bayerischen Landtags, Frau Ilse Aigner – und keine Präsidentin der CSU. Wir haben einen Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags, den Herrn Rinderspacher, den ich übrigens für die souveräne Ausübung seines Amtes sehr schätze – und keinen Vizepräsidenten der SPD. Genauso verhält es sich mit den anderen Vizepräsidenten: Herrn Reiß, Herrn Hold und Herrn Hartmann. Jeder der Genannten führt sein Amt nicht als Vizepräsident einer Partei, sondern als Vizepräsident des Bayerischen Landtags aus. Liebe Kolleginnen und Kollegen, heute habt ihr die Möglichkeit, einen Roland Magerl als Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags zu wählen – und nicht einen Roland Magerl als Vizepräsidenten der AfD. Deshalb bitte ich um eure Stimme. – Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. (Anhaltender Beifall bei der AfD)

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