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Johannes Becher

GRÜNE 16.10.2024 Sitzungen 19/30

Herr Staatsminister, Sie haben mich persönlich angesprochen: dann möchte ich für das Protokoll festhalten, dass ich die Entschuldigung von Herrn Lammers gut fand. Sie haben vielleicht gemerkt, dass ich am 4. Oktober keine Pressemitteilung rausgeschickt habe und so getan habe, als wüsste ich, was richtig ist. Ich bin immer noch mit der Frage nach dem Warum und den eigentlichen Ursachen beschäftigt. Sie haben jetzt, wenn ich richtig aufgepasst habe, gesagt, es gab eine ganze Latte von Gründen. Vielleicht können Sie noch zwei, drei Dinge sagen, was die Ursachen oder die Hauptgründe waren. Sie haben gesagt, wir müssen besser werden. Was ist dieses "besser werden"? Die Koordination war angekündigt, aber woran liegt es denn eigentlich, und welche Rolle hat die FMG und welche Rolle hat auch die SGM? Ich habe am Anfang vermutet, dass es vielleicht dort einen Personalengpass gegeben hat, aber inzwischen habe ich gelesen, dass die SGM voll besetzt gewesen sei und eigentlich alle Kontrollen offen gehabt hätte. Es wäre schön, wenn wir hierzu noch ein bisschen Hintergrundinformationen bekommen würden. Zum Thema Sprache und vorsichtiger Umgang damit: Für die 750 Fluggäste, die ihren Flieger verpasst haben, war die Situation chaotisch. Objektiv kann man das vielleicht auch anders sehen. Aber insgesamt tut es uns natürlich in der Politik gut, auf die Sprache zu achten, von allen Seiten. Den Hinweis nehme ich schon auf. Staatsminister Albert Füracker (Finanzen und Heimat): Herr Becher, ja, es ist so, für die 750 Fluggäste war es Mist, die mussten aber meiner Kenntnis nach nicht nach Hause fahren, sondern die wurden in der Regel umgebucht. Es handelt sich nach meiner Kenntnis an dem Tag um weit über 30.000 Passagiere, da sind auch 750 zu viel. Jeder ist einer zu viel. Aber glauben Sie mir, am Flughafen ist es manchmal auch so, dass sie eingecheckt sind und dann meldet die Fluggesellschaft, dass der Flieger nicht fliegt. Das kann nämlich auch passieren, weil der Flieger nicht geht oder sonst irgendetwas. Dann stehen plötzlich 250 oder 200 Leute da – je nachdem, wie groß der Flieger ist – und können nicht fliegen. Die Meldung ist dann: In München am Flughafen wieder 250 Menschen. Aber in dem Fall vielleicht, weil der Flieger nicht ging. Man muss den Dingen wirklich auf den Grund gehen. Es ist immer leicht, die Dinge von außen zu bewerten. Christian Bernreiter ist da und sicher bereit, zur SGM Auskunft zu geben. Ich brauche ihm da gar nicht dreinreden. Meines Wissens waren die Linien offen und Personal war vorhanden. Natürlich haben wir, glaube ich, ein, zwei, drei Linien weniger wegen des Umbaus. Das ist wahr. Wir hatten allerdings im Sommer auch schon verkehrsreichere Tage. Das ist genau der Punkt, Herr Becher, zu dem auch ich die Frage gestellt habe: Leute, was ist eigentlich los? Das gibt es nicht. Das war nicht der verkehrsreichste Tag. Dann ist mir geantwortet worden. Das muss ich glauben. Warum sollen die mich anlügen? Glauben Sie mir: Niemand hat Freude an solchen Schlagzeilen. Niemand hat Freude daran, wenn jemand umbuchen muss. Man hat mir gesagt: Ja, es ist tatsächlich so. Dort war unsere Baustelle. Dann hatten wir die Situation, dass auf einmal viel mehr Menschen kamen, als erwartet worden war. – Nun könnte man sagen, das sei eine Beschimpfung der Passagiere. Nein, das ist einfach ein Faktum. Klar ist: Jeder kann dann zu unserem Flughafen kommen, wenn er will. Das ist logisch. Offensichtlich haben sich an diesem Tag mehrere Ereignisse geballt. Ich kann es aber nicht mehr im Detail nachvollziehen. Wichtig ist die Feststellung, dass ich am nächsten Tag gesagt habe: Leute, das passiert ab sofort nicht mehr! Ich möchte jetzt wissen, was ihr tut. Das Wochenende danach war ja noch verkehrsreicher. Ich habe mich persönlich davon überzeugt, dass an besagtem Wochenende die Abfertigungsvorgänge, die Wartezeiten nicht länger als – in Anführungszeichen – "zu normalen Zeiten" waren. Ich als Aufsichtsratsvorsitzender kann noch so viele Fragen stellen – ich kann mir nur die verschiedensten Argumente anhören und am Schluss sagen: Jetzt kann ich es nicht mehr hören. Schaut, dass es besser wird! Das ist jetzt der Auftrag: Schaut, dass es endlich besser wird! Ihr habt mir lange genug erklären können, was der Grund war. Jetzt möchte ich, dass es besser wird. Das ist der Auftrag. Ich habe nichts dagegen, wenn die noch 25 Mal erklären, was an dem Tag los war. Es ist logisch, dass man das erfragen darf. Was kann man tun? Klar ist: Wir brauchen noch mehr Personal. Ich setze auf die Scanner und hoffe, dass alle bald zur Verfügung stehen. Vielleicht braucht es auch noch mehr Scanner. An mir soll es nicht liegen. Sie dürfen eines nicht vergessen: Das ist auch in diesem Jahr der wachstumsstärkste Flughafen. Diese Tatsache ist gestern ein bisschen untergegangen. Unser Flughafen ist derzeit wachstumsstärker als alle anderen großen deutschen Flughäfen. Wir kommen in diesem Jahr voraussichtlich auf deutlich über 40 Millionen Passagiere. Es geht im Steilflug aus der Pandemie heraus. Ich muss ganz offen sagen: Es sind offensichtlich viele Dinge zusammengekommen. Die Botschaft ist: Wir müssen besser werden. – Das habe ich als Aufsichtsratsvorsitzender in diesem Gremium mehrfach platziert und werde dies weiterhin tun. Jeder, der weitergehende Fragen dazu hat, darf diese stellen. Der Flughafen steht selbstverständlich jederzeit für die Beantwortung zur Verfügung. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN)

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