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Anna Stolz

26.09.2024 Sitzungen 19/28

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe im vergangenen Schuljahr wirklich sehr viele Gespräche geführt: mit Lehrkräften, mit Schülerinnen und Schülern, mit Eltern. Ich bin auch im Rahmen meiner Veranstaltungsreihe "Zukunftswerkstatt Bildung in Bayern" in Dialog getreten und habe mich intensiv darüber ausgetauscht, wie wir die Bildung in Bayern weiterentwickeln, wie wir sie noch besser machen können. Da wurde überall auch diskutiert, wie das digitale Lernen, insbesondere auch KI, unsere Schulen, das Lernen und Lehren verändert. Damit einher geht natürlich auch die Frage, wie sich diese Veränderungen auf die Prüfungskultur auswirken müssen, damit sie noch zeitgemäßer wird. Ich habe deshalb zu Beginn des Schuljahres vor wenigen Wochen einen Dialogprozess angekündigt, um die Fragen intensiv zu beleuchten, was, wie und wie viel wir prüfen. Meine Damen und Herren, dieser Dialogprozess ist auch nicht abgebrochen, sondern wir starten ihn jetzt mit der gesamten Schulfamilie. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Wir müssen uns damit einhergehend natürlich damit befassen, wie wir in der Schule mit Druck umgehen. Das Thema war in allen meinen Gesprächen beherrschend, und ich nehme es sehr ernst. Für mich hat das Thema Druck zwei Facetten: Auf der einen Seite müssen wir selbstverständlich darüber nachdenken, ob wir an der einen oder anderen Stelle Druck rausnehmen müssen. An den Schulen sind in den letzten Jahren viele zusätzliche Aufgaben hinzugekommen. Auf der anderen Seite – das zu betonen, ist mir schon sehr wichtig – kann es nicht die alleinige Lösung sein, von den Kindern immer weniger zu fordern; denn mein oberstes Ziel ist es ja, die Kinder stark zu machen – für das Leben, für die Arbeitswelt und natürlich auch für die Leistungsgesellschaft, in der wir nun mal leben, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Druck als Phänomen an sich ist für mich auch nicht per se schlecht. Er ist nur schlecht, wenn er entweder zu viel ist oder man nicht die Fähigkeit hat, angemessen damit umzugehen. Unangekündigte Leistungsnachweise, wozu im Übrigen nicht nur Exen, sondern auch mündliche Abfragen und Unterrichtsbeiträge gehören, können dazu beitragen, Schülerinnen und Schüler (Arif Taşdelen (SPD): Zu stressen!) dazu zu befähigen, spontan adäquat mit Drucksituationen umzugehen, sie stark und damit fürs Leben fit zu machen. Meine Damen und Herren, das ist mir wichtig. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Genau deshalb starten wir jetzt den Dialogprozess. Für mich ist aber schon jetzt klar: Es gibt keine pauschalen Lösungen für alle Schularten. Es braucht einen sehr differenzierten Blick. Nicht ohne Grund haben wir in Bayern ein sehr erfolgreiches differenziertes Schulsystem, in dem wir alle Schülerinnen und Schüler nach ihren individuellen Talenten und Fähigkeiten in der jeweiligen Schulart passgenau fördern. Noch einmal zur Klarstellung: Es geht in diesem Dialogprozess also nicht nur um unangekündigte Leistungsnachweise und schon gar nicht nur um die Ex. Es geht um viel mehr. Es geht um innovative, zeitgemäße Prüfungsformate. Es geht um die Anzahl und natürlich auch um die Inhalte. Wir werden uns für diese so wichtigen Fragen die erforderliche Zeit nehmen, die beste Bildung verdient. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Apropos beste Bildung: Herr Atzinger, "Husch, husch ins Körbchen" können Sie sich im Übrigen sparen. (Arif Taşdelen (SPD): Bravo! Buh! – Gabi Schmidt (FREIE WÄHLER): Bravo! – Arif Taşdelen (SPD): Schämen Sie sich, Herr Atzinger! – Beifall bei den FREI- EN WÄHLERN, der CSU, den GRÜNEN und der SPD) Ich bin ein Mensch, ich bin kein Hund. Zu guter Bildung, die trotz Exen bei Ihnen nicht geklappt zu haben scheint, gehört auch ein respektvoller Umgang. (Anhaltender Beifall bei den FREIEN WÄHLERN, der CSU, den GRÜNEN und der SPD – Arif Taşdelen (SPD): Der beste Beweis, dass Exen nichts bringen!) Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, pauschale Lösungen, Schnellschüsse sind sicherlich nicht der richtige Weg. Wir sind auch gegen generelle Verbote. Wir setzen auf Vertrauen in unsere Lehrkräfte. Wir setzen auf Eigenverantwortung, und wir setzen auf Dialog. Deswegen lehnen wir auch den Dringlichkeitsantrag und den Nachzieher ab. – Vielen Dank. (Anhaltender Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU – Gabi Schmidt (FREIE WÄHLER): Bravo!)

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