Melanie Huml
Lieber Herr Vizepräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich freue mich wirklich sehr darüber, heute, da wir gemeinsam wieder die Kinderkommission ins Leben rufen, an dieser Stelle stehen zu dürfen. Es ist so wichtig, dass wir auf die Kinder schauen. Es ist so wichtig, dass wir den Kindern eine Stimme geben. Deswegen ist heute ein echter Tag der Freude, weil die Kinderkommission der letzten 15, vor allem der letzten 10 Jahre, wirklich ein Erfolgsmodell war. Vielen, vielen Dank allen, die mitgewirkt haben, vor allem der Vorsitzenden, der Kollegin Tanja Schorer-Dremel. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Es ist fast auf den Tag 15 Jahre her, dass hier im Hohen Haus erstmals eine Kinderkommission gegründet wurde. Wir waren, wie wir in Bayern es ja gerne sind, Vorreiter. Einige Bundesländer haben schon nachgezogen. Wir sind aber in Bayern nach wie vor darin einzigartig, die Kommission wirklich mit Parlamentariern aus allen Fraktionen, die gleichwertig mitarbeiten dürfen, zu besetzen. Ich finde, das ist auch gut so. Ich freue mich deswegen, dass es hier und heute weitergeht. Die Kinderkommission ist die letzten Jahre wirklich wegweisend gewesen. Mir gefällt ein Spruch eines amerikanischen Autors und Geschäftsmannes so gut, der mal gesagt hat: Der Unterschied zwischen einem Berg und einem Hügel liegt in deiner Perspektive. – Unsere Aufgabe als Kinderkommission ist es, die Perspektive der Kinder in den Landtag, ins Parlament einzubringen. Was kann man Schöneres tun, als die Kinder zu Wort kommen zu lassen? Ich habe von etlichen Vorrednern schon gehört, welche Ideen da sind und was wir tun können. Es ist aber so wichtig, dass wir diesen Perspektivenwechsel machen. Wir alle hier schauen immer als Erwachsene auf etwas: Was heißt das mit den Gesetzen? Wie sieht es aus? Was hat es für Auswirkungen? Wir müssen aber auch die Kinder fragen. Was bedeutet es für sie, wenn wir hier entsprechende Entscheidungen treffen? Wie geht es ihnen in ihrem Leben? Was würden sie sich wünschen? Welches Bild haben sie von uns Politikern oder auch vom Staat insgesamt? Welches Bild haben sie von ihrem Leben? – Das ist einfach ganz, ganz spannend. Die letzten Jahre waren auch davon geprägt, dass man nicht nur irgendwelche Experten eingeladen hat, sondern eben vor allem die Kinder zu Wort kommen ließ. Man hat auch nicht nur in München getagt, sondern ist nach draußen vor Ort gegangen. Man war mit den Themen nicht nur in Bayern, sondern auch international und bis hin nach New York bei der UNO unterwegs. Ich glaube, das hat die Kinderkommission ausgemacht. Man nimmt die Themen hier in Bayern auf und mit und gibt den Kindern dann eine Stimme. Unsere Aufgabe als Politiker ist es, die Themen weiterzutransportieren, um sie dann auch um- und durchsetzen zu können. Das heißt eben: hinschauen, hinhören, handeln! Das hat die Kinderkommission in den letzten Jahren getan. Wir wollen das auch weiterhin tun. Was so wichtig ist: Kinder und Jugendliche bilden eine Querschnittsaufgabe. Sie sind in einem Ministerium vielleicht etwas mehr als in einem anderen beheimatet. Im Grunde genommen sind aber alle Lebenslagen und damit auch alle Ministerien betroffen. In meinen Augen ist es richtig und gut, in einer Kinderkommission von allen Ministerien Mit- und Zuarbeit zu bekommen. Ich darf an der Stelle noch einmal denjenigen ganz herzlich danken, die bisher in der Kinderkommission mitgearbeitet haben. Ich danke allen, die während der letzten 15 Jahre dabei waren. Stellvertretend danke ich meiner Kollegin Tanja Schorer-Dremel, die das mit unwahrscheinlich viel Herzblut gemacht hat. Ich glaube, am Anfang gab es bei uns in der Fraktion den einen oder anderen, der sich gefragt hat, wovon sie spricht, wenn sie von "KiKo" sprach. Inzwischen ist uns allen aber ins Blut übergegangen, wie wichtig die Kinderkommission ist. Sie wird weiter und immer mit deinem Namen verbunden werden; danke, liebe Tanja, für deine großartige Arbeit! Vielen Dank für das, was du zusammen mit dem ganzen dahinterstehenden Team gemacht hast. (Beifall bei der CSU, den FREIEN WÄHLERN und den GRÜNEN) Ich lege nicht nur den neuen, sondern allen Kollegen noch einmal den Abschlussbericht ans Herz. Da steht viel Wichtiges drin. Schauen wir also, dass wir da weitermachen können. Was bleibt gleich? – Wir werden wieder paritätisch besetzt sein. Jede Fraktion hat ein Mitglied, die stärkste Fraktion darf den Vorsitz, die zweitstärkste die Stellvertretung haben. Man braucht eine Zweidrittelmehrheit, um Dinge in die Umsetzung zu bringen. Das hat sich bewährt, wir wollen das auch weiter so halten. Ich freue mich auch persönlich darüber, dass mir meine Fraktion die Aufgabe zugeteilt hat, mitwirken und den Vorsitz übernehmen zu dürfen. Ich bedanke mich dafür ganz herzlich. Ich darf noch eines sagen: Ich habe so viele tolle Ideen gehört. Liebe Kollegin Marina Jakob, mir geht es ein bisschen so wie Ihnen und den Vorrednern. Wir wünschen uns, nicht irgendwelchen Ideologien hinterherrennen zu müssen, sondern die Chance zu haben, offen zu sprechen und vor allem die Kinder und Jugendlichen zu Wort kommen zu lassen. Wir wünschen uns ein Gremium, in dem wir nicht – wie manchmal hier im Parlament – in die Rhetorik und in unsere jeweiligen Vorstellungen verfallen; die Damen und Herren auf der rechten Seite sind dafür immer besonders prädestiniert. Wir wünschen uns ein Gremium, in dem wir im Sinne der Kinder und Jugendlichen ein Stück weit miteinander im Gespräch sein können. Ich wünsche mir, dass wir in diesem Sinne wirklich das Beste erreichen können. Das ist das, was ich mir vorstelle. Ich freue mich, wenn wir uns noch vor der Sommerpause konstituieren können und dann gemeinsam überlegen können, welche Themen als nächste drankommen. Ich habe auch einen Strauß an Ideen.
