Marina Jakob
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute ist ein bedeutsamer Tag im Bayerischen Landtag; denn wir setzen offiziell die Kinderkommission für die 19. Wahlperiode ein. Als Mama von zwei kleineren Kindern liegt mir dies ganz besonders am Herzen. Ich freue mich, dort aktiv mitwirken zu können. Die Kommission, die es in Bayern bereits seit dem Jahr 2009 gibt, ist nicht nur ein Gremium, sondern Ausdruck unseres gemeinsamen fraktionsübergreifenden Engagements für die Rechte und das Wohlergehen unserer Kinder. Die Kinder sind unsere Zukunft. Sie verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge; denn sie sind diejenigen, die unsere Gesellschaft morgen gestalten werden. Sie sind aber auch heute schon vollwertige Mitglieder unserer Gemeinschaft mit eigenen Rechten und Bedürfnissen. Als Gesetzgeber ist es unsere Pflicht, sicherzustellen, dass ihre Stimme gehört wird und ihre Interessen gewahrt bleiben. Laut einer aktuellen Studie glauben 72 % der Kinder, dass ihnen die Politik nicht zuhört. Wir müssen gerade jetzt verstärkt daran arbeiten, dass wir ihnen zuhören. In Bayern hören wir ihnen zu. Liebe Kinder, liebe Jugendliche, wir in Bayern hören euch zu. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN) Die Kinderkommission wird sich wie in der Vergangenheit – ich darf hier ganz besonders dem bisherigen KiKo-Team für seine hervorragende Arbeit danken – intensiv mit den Belangen der Kinder auseinandersetzen und darauf achten, dass ihre Rechte in allen Bereichen gewahrt bleiben. Dazu gehören unter anderem die Bildungs- und die Chancengleichheit. Jedes Kind hat das Recht auf eine qualitativ hochwertige Bildung. Wir werden sicherstellen, dass Bildung unabhängig vom sozialen Hintergrund oder den finanziellen Möglichkeiten der Eltern weiterhin für alle zugänglich ist. Die Kommission wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Bildungsangebote weiter verbessert und ausgebaut werden. Zum Thema Gesundheit und Wohlergehen: Die körperliche und geistige Gesundheit unserer Kinder ist von größter Bedeutung. Die Kommission wird sich mit Themen wie gesunder Ernährung, ausreichender Bewegung und dem Zugang zu medizinischer Versorgung befassen. Besonders in Zeiten von Krisen – wie etwa der COVID-19-Pandemie – ist es wichtig, dass wir den gesundheitlichen und psychischen Schutz unserer Kinder verstärken und deren Interessen noch mehr in den Mittelpunkt rücken. Zum Schutz vor Gewalt und Missbrauch: Leider gibt es immer noch Kinder, die Opfer von Gewalt und Missbrauch werden. Die Kinderkommission wird sich auch weiterhin dafür starkmachen, dass Präventionsmaßnahmen ausgebaut und Schutzmechanismen gestärkt werden. Kein Kind soll in Angst leben müssen. Zur Mitbestimmung und Beteiligung: Kinder haben das Recht, gehört zu werden und an Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, teilzuhaben. Kinder müssen ihre Meinungen und Wünsche äußern können und ernst genommen werden. Ich bin überzeugt davon, dass die Perspektiven der Kinder noch stärker in politische Entscheidungsprozesse einfließen müssen. Zur Freizeit und kulturellen Teilhabe: Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, seine Freizeit sinnvoll und auch an der frischen Luft gestalten sowie kulturelle Angebote wahrnehmen zu können. Hier stehen die Gemeinschaft und das Miteinander im Vordergrund. Wir haben aber noch viele weitere Themen, die ich jetzt aus Zeitgründen gar nicht nennen kann: das Kindeswohl, die Kinderarbeit, die Inklusion von Kindern mit Behinderungen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die erneute Einsetzung der Kinderkommission ist ein ganz klares Signal dafür, dass wir in Bayern eine kinderfreundlichere Gesellschaft unterstützen und leben. Es liegt an uns, diese Kommission weiterhin mit den notwendigen Ressourcen und dem politischen Rückhalt auszustatten, damit wir unsere Arbeit effektiv weiterführen können. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Bayern noch mehr zu einem Ort wird, an dem Kinder nicht nur sicher und geborgen aufwachsen, sondern auch ihre Träume und Potenziale voll entfalten können. Die Kinderkommission ist ein starkes Signal dafür, dass wir in Bayern die Bedürfnisse unserer jüngsten Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und weiterhin aktiv daran arbeiten, deren Lebensbedingungen zu verbessern. – Ich danke Ihnen und freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zum Wohle unserer Kinder. In Richtung rechte Seite geschaut, hoffe ich auch, dass wir uns, wenn die Kameras aus sind, wirklich fachlich aktiv zum Wohle der Kinder auseinandersetzen können und nicht blanken Populismus wie hier im Hohen Haus betreiben, wenn die Kameras an sind. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN, der CSU und der SPD)
