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Mia Goller

GRÜNE 03.07.2024 Sitzungen 19/24

Sehr geehrter Herr Vizepräsident, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Besuchergruppen! Als ich vor 23 Jahren schwanger wurde, habe ich meine Mutter gefragt: Wie zieht man denn eigentlich so ein Kind groß? – Da hat sie mir ihr Erziehungsrezept verraten. Es heißt Liebe und Vorbild. Ich habe heute vier Kinder und bin dem Rezept immer treu geblieben: Liebe und Vorbild. Das gilt auch für uns hier im Parlament, wenn wir uns über Kinder und Jugendliche unterhalten. Das mit dem Vorbild ist uns eigentlich allen klar. Wir haben hier in der Politik die Pflicht, ehrlich und respektvoll miteinander umzugehen, keinen Hass zu hegen und offen dafür zu sein, dass wir voneinander lernen können. (Beifall bei den GRÜNEN) Auch das mit der Liebe muss uns Politikerinnen und Politikern gelingen. Es muss uns gelingen zu zeigen, dass wir den Nachwuchs in Bayern lieben, dass er uns am Herzen liegt, dass wir alles tun, damit es den Buben und Mädchen, den jungen Leuten in Bayern gut geht. Wenn ich die Jugendlichen und jungen Mütter auf dem Land frage, was sie eigentlich brauchen, bekomme ich ganz praktische Dinge zu hören: öffentlicher Nahverkehr, ein günstiger Führerschein, mehr günstiger Wohnraum. Eine Frau hat mir erzählt, sie zahle 2.000 Euro für eine Doppelhaushälfte; die fünf Kinder dürften im Garten nicht Fußball spielen. – Das kann man als Vermieter machen, wenn die Wohnungsnot besonders groß ist. Eine andere Mutter hat erzählt, dass die vier Kinder garantiert nicht in den ersten Stock sollten, bevor der Mietvertrag nicht unterschrieben sei. – Das sind so Sachen; so geht es zu in Bayern, nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land mitten im schönsten Niederbayern. Ganz groß ist bei den Jugendlichen der Wunsch nach besseren psychosozialen Angeboten auf dem Land. Corona hat auch hier sehr große Wunden hinterlassen. Lasst uns diese bitte gemeinsam schließen! Die Kinderbetreuung in Bayern muss besser werden. Dazu, wie das geht, gibt es von uns GRÜNEN viele Ideen. Lasst uns in der Kinderkommission darüber reden! Ich wäre eine schlechte Sprecherin für die Landwirtschaft, wenn ich heute nicht auch noch auf die Ernährung zu sprechen käme; denn das weiß ich ebenfalls von meiner Mama: Liebe geht durch den Magen. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass wir eine gesunde Außer-Haus-Verpflegung bekommen. Kindergärten und Schulen brauchen ganz dringend mehr Zeit, um den Kindern gesunde Ernährung zu vermitteln, um gemeinsam zu kochen und zu genießen, was uns die bayerischen Bäuerinnen und Bauern liefern. Es muss unabhängig vom Geldbeutel der Eltern sein, dass unsere Kinder gesund essen. Die Nachmittagsbetreuung ist für uns ein wichtiges Thema. Damit alle Kinder die gleichen Chancen haben, braucht es mehr gemeinsamen Unterricht. Es ist doch so, wenn wir mal ehrlich sind: In vielen Haushalten sind die Hausaufgaben schon so etwas wie Hausfriedensbruch. Eltern sind überfordert; Kinder sind darauf angewiesen, dass Mutter und Vater nachmittags Zeit haben, dass sie gut Deutsch sprechen und dass die Eltern sich noch an die Matheformeln der sechsten Klasse erinnern. Das ist zutiefst ungerecht. Das können wir besser. Besonders am Herzen liegt mir noch ein wichtiges Thema. Zur Liebe gehört auch der Schutz. Gewalt und sexualisierte Gewalt an Kindern sind ein ganz schreckliches Problem. Lasst uns gemeinsam in der Kinderkommission genau hinschauen und alles tun, damit Kinder geschützt werden! Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich freue mich narrisch, dass es wieder eine Kinderkommission geben soll, und ich freue mich narrisch, dass ich dabei sein darf. Lasst uns die Zeit gemeinsam nutzen, auf Augenhöhe mit den Kindern und Jugendlichen und mit ganz viel Liebe für ein junges, lebendiges Bayern. (Beifall bei den GRÜNEN sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER)

Alle Reden von Mia Goller Protokoll ↗