Tanja Schorer-Dremel
Sehr geehrter Herr Vizepräsident, Hohes Haus, werte Besucherinnen und Besucher! "Kinder sind das köstlichste Gut eines Volkes" besagt Artikel 125 Absatz 1 unserer Bayerischen Verfassung. Er gibt uns damit einen klaren Arbeitsauftrag, Kinder zu achten, zu schützen und zu fördern und gleichzeitig auch Kinderpolitik als Querschnittsaufgabe zu sehen. Deswegen gibt es seit drei Legislaturperioden hier im Bayerischen Landtag eine Kinderkommission. Wir waren abgesehen vom Bundestag der erste Landtag, der eine Kinderkommission eingesetzt hat. Ich durfte zwei Legislaturperioden lang die Vorsitzende sein. Rückblickend kann ich sagen: Wir haben es geschafft, partei- und fraktionsübergreifend für Kinder zu arbeiten, und ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei den Kolleginnen Schmidt, Sengl, Sandt und vor allen Dingen bei meiner Stellvertreterin Doris Rauscher bedanken, aber auch bei Johannes Becher. Uns war es immer wichtig, interdisziplinär zusammenzuarbeiten mit Ministerien und Ministern, mit politischen Entscheidungsträgern, mit Fachleuten im Bereich der Kinderbetreuung und der Pädagogik, mit Eltern, Behörden und auch Vereinen; denn wir wollten das Bewusstsein für die Belange von Kindern wecken und auch schaffen. Wir haben uns mit Themen wie zum Beispiel den World Childhood Houses, die uns damals noch von Barbara Stamm ans Herz gelegt worden sind, dem Kinderschutz, den Kinderrechten oder der Kinderambulanz wie auch mit unserem Hospizpapier beschäftigt. Der ganzheitliche Ansatz war uns wichtig, sodass wir in zwei Legislaturperioden nicht nur hier am grünen Tisch getagt haben, sondern hinausgefahren sind nach Bayern. Wir haben in verschiedenen Regierungsbezirken Themen aufgegriffen, mit Menschen und vor allen Dingen mit Kindern vor Ort gesprochen. Wir waren auch zweimal bei den Vereinten Nationen in New York und konnten uns dort mit dem Thema "Kinderrechtskonvention und Kinder in bewaffneten Konflikten" und Ähnlichem beschäftigen. Wir haben es geschafft – und darauf bin ich heute richtig stolz –, für Kinder politische Grenzen zu überwinden. Das Kind in den Mittelpunkt zu stellen, war das Herz unserer Kinderkommission. Wenn man nach zehn Jahren sagen kann, es sind wegen der Kinder und für sie parteiübergreifend auch Freundschaften entstanden, dann ist das etwas ganz Besonderes. Mir war es stets wichtig, nicht nur über die Kinder, sondern mit ihnen zu reden, egal welchen Alters, und ihnen eine starke Stimme zu geben. Ich gebe mein Amt jetzt an Melanie Huml weiter. Ich wünsche allen Mitgliedern der Kinderkommission viel Erfolg, weiterhin so viel Herzblut und Leidenschaft für unsere Kinder; denn es ist eine ganz wertvolle Aufgabe. Abschließend kann ich sagen: Es war mir eine große Ehre. (Lebhafter Beifall bei der CSU, den FREIEN WÄHLERN und der SPD)
