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Julian Preidl

FREIE WÄHLER 18.06.2024 Sitzungen 19/23

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren! Die jungen Leute sind nicht interessiert. Der Nachwuchs geht aus. Keiner will mehr was machen. Die jungen Leute schauen doch eh nur aufs Smartphone. – Das ist ein typisches Vorurteil, das man hört, wenn man mit manchen Bürgern spricht. Doch denen entgegne ich entschlossen: Die Jugend in Bayern ist fleißig und aktiv und will sich für die Gesellschaft einsetzen und einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN sowie Abgeordneten der CSU) Ich bedanke mich zum Beispiel bei den vielen jungen ehrenamtlich tätigen Menschen in unserem Land, die aktuell Sandsäcke schleppen und die Schäden aus dem Weg räumen, bei den jungen Schützen, die die Tradition pflegen, bei den Jugendverbänden, die aktuell die Demokratie stärken wie niemals zuvor, oder bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren, die Festlichkeiten organisieren. Wenn man durch das Land fährt, sieht man derzeit überall Feuerwehren. Die werden mitgetragen von den jungen Leuten, die bis spätabends mithelfen. In privaten Räumen erklären viele junge Leute Oma und Opa zum Beispiel das Smartphone. Kurzum: Die Jugend leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Herzlichen Dank dafür! (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Unter unseren Bürgern erleben wir die Bereitschaft, wieder mehr zum Gemeinwohl beizutragen. In Deutschland ist die Quote des Engagements besonders unter den jungen Menschen kontinuierlich hoch. Auch die europäische Jugend ist in einem hohen Maße bereit, sich für die gesellschaftlichen Belange einzusetzen. Fakt ist aber auch: Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland sorgt sich um den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dies ergab Anfang des Jahres eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung. In Deutschland teilen dieses Gefühl sogar 63 % der 16- bis 26-Jährigen. Uns beschäftigt auch der Mitgliederschwund in den Parteien, Kirchen und Gewerkschaften, die den Zusammenhalt seit Jahrzehnten stärken. Das bedeutet eine große Probe für diese Gesellschaft. Ein Grund dafür ist aber auch die Demografie in unserem Land. Die Frage ist, wie wir dieses Problem lösen können. Ganz einfach – wir haben es vorhin schon mehrmals gehört –: durch die Einführung eines Gesellschaftsjahrs. Das ist wirklich eine gute Lösung. Da bin ich etwas enttäuscht, dass auch ein junger Kollege hier im Landtag dagegen gewettert hat; denn das Gesellschaftsjahr ist in vielerlei Hinsicht eine Lösung, ein guter Ansatz, um unser Land zu stärken. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN sowie Abgeordneten der CSU) Wir haben schon viel Richtiges gehört: die Förderung des Gemeinwohls. Ein Gesellschaftsjahr stärkt das Bewusstsein für das Gemeinwohl und fördert den Zusammenhalt in unserer Bevölkerung. Die Zielgruppe ist klar: die jungen Menschen nach dem Abschluss der Schule und vor Beginn der Ausbildung. Die kommen dann in Einsatzgebiete, in die sie vorher vielleicht nicht gekommen wären, zum Beispiel eben auch in die Bundeswehr. Aber ich nenne auch Rettungsorganisationen wie das BRK, die Wasserwacht oder das THW, die Pflegeheime und Krankenhäuser. Später wird dazu noch etwas gesagt werden. Wir suchen junge pflegende Personen. Dazu muss ich aber in diese Berufe eintauchen. Dann habe ich das vielleicht auf dem Schirm, wenn ich mich für einen Beruf aktiv entscheide. Die Erhöhung der Engagementquoten ist damit gesichert. Die vielfältigen Einsatzgebiete bereichern die Jugendlichen und jungen Leute in unserem Land. Sie erweitern damit den eigenen Horizont. Das ist ganz wichtig. Wir reden immer von Alltagskompetenzen und davon, dass man viel miterlebt haben muss. So ein Gesellschaftsjahr zwingt einen, wenn es verpflichtend ist, dazu, in viele Bereiche hineinzublicken. Das fördert die sozialen und praktischen Kompetenzen in unserem Land. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN sowie Abgeordneten der CSU) Zur Stärkung der Wehrhaftigkeit – das ist ein ganz wichtiger Punkt – ist schon viel gesagt worden. Aber auch die soziale Integration ist ganz wichtig. In so einem Jahr zum Beispiel in einem pflegenden Beruf kommen viele Schüler aus unterschiedlichen Schulen und Gruppierungen zusammen, die sonst nicht zusammengekommen wären. Auch das ist ein wichtiger Aspekt. Am Ende möchte ich ganz deutlich betonen: Auch die Anpassung an den demografischen Wandel ist extrem wichtig. Uns läuft wirklich die Zeit davon, wenn jetzt nicht Länder und Bund genau das durchsetzen: ein verpflichtendes gesellschaftliches Jahr. Wir haben doch Probleme mit dem Nachwuchs in der Wirtschaft. Wir suchen doch immer Fachkräfte. Daher müssen die Jugendlichen auch in die Wirtschaft. Sie müssen sich aktiv umschauen, welche Berufe es gibt. Denn oftmals ist das Auswahlkriterium für die Berufswahl das, was sie so erlebt haben, was die Eltern machen oder was sie in der Schule sehen. Diese Erweiterung des Horizonts ist ganz wichtig, um unser Land nach innen und nach außen zu stärken. Deswegen setzen wir uns für ein Gesellschaftsjahr in Bayern und in Deutschland ein. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU)

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