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Ludwig Hartmann

13.06.2024 Sitzungen 19/22

Vielen Dank. – Für die Staatsregierung hat Staatsminister Joachim Herrmann um das Wort gebeten. Bitte schön. Staatsminister Joachim Herrmann (Inneres, Sport und Integration): Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Woche für Woche bewegt der Sport unzählige Menschen im Freistaat Bayern, seien es aktive Sportlerinnen und Sportler oder begeisterte Zuschauer. Fest steht, dass der Sport ein tragendes Element des öffentlichen und des privaten Lebens in ganz Bayern ist. Dabei hat der Sport viele wertvolle Funktionen, wie das von mehreren Vorrednern auch schon angesprochen worden ist. Zum einen geht es um Bewegung, Fitness, Gesunderhaltung und damit auch um die Lebensqualität unserer Bevölkerung von Jung bis Alt. Zum anderen entfaltet der Sport und besonders der in den Vereinen verwurzelte Breitensport eine außerordentlich integrative Kraft über alle Unterschiede hinweg, zwischen Jung und Alt, Männern und Frauen, Einheimischen und Zugewanderten und, und, und. Übrigens vollbringt der Sport auch eine inklusive Leistung. Die Inklusion von Menschen mit Behinderung wird immer besser und immer stärker von vielen Vereinen gelebt. Auch das ist ein ganz wichtiges Zeichen. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Der Sport ist damit in vielfacher Hinsicht auch ein Stück sozialer Kitt in unserer Gesellschaft. Das ist in vielen Gemeinden, in vielen kleinen Gemeinden zu spüren, in denen vielleicht neben der Feuerwehr und der Kirchengemeinde der örtliche Sportverein mit das Wichtigste ist, das die Gesellschaft in dem Ort zusammenhält. Dies darf nicht unterschätzt werden. Der Sport hat eine starke integrative Wirkung. Millionen Menschen sind Fans von kleinen und großen Vereinen. Die einen freuen sich, wenn vielleicht jemand aus der Region jetzt bei den Leichtathletikmeisterschaften einen besonderen Erfolg errungen hat, die anderen haben sich gefreut, dass Jahn Regensburg aufsteigt, und wieder andere – wie ich – haben sich gefreut, dass der Handballclub Erlangen jedenfalls nicht absteigt und, und, und. So bewegen die verschiedenen Sportereignisse die vielen Menschen in unserem Land. Der Sport hat auch in dieser Hinsicht eine hohe integrative Wirkung. Im Sport – das ist wichtig, und das sage ich ganz bewusst, weil es heute hier schon wieder manche merkwürdigen Äußerungen gegeben hat – ist kein Platz für Rassismus und Diskriminierung, weder unter den Sportlern noch unter den Fans oder Zuschauern. (Lebhafter Beifall bei der CSU, den FREIEN WÄHLERN, den GRÜNEN und der SPD) Der Einsatz und die Leistung jedes Sportlers und jeder Sportlerin zählen gleich viel und tragen zum Erfolg jeder Mannschaft, jedes Vereins, jedes Teams gleichermaßen bei. Das gilt unabhängig davon, ob es sich hierbei um jemanden mit oder ohne Migrationshintergrund oder was auch immer handelt. Unsere bayerischen Sportvereine sind das Herzstück des organisierten Sports. Sie sind der Garant für eine enorme Vielfalt der bayerischen Sportlandschaft, und sie sind die unverzichtbare Basis des Sportlands Bayern; denn in Bayern ist der Sport stark mit der Vereinskultur verbunden. Die organisierten Sport- und Schützenvereine prägen das gesellschaftliche Miteinander in unseren Städten und erst recht auf dem Land. Sie wirken über den Breiten- und Nachwuchsleistungssport tief in unsere Gesellschaft hinein. Das prägt in der Tat auch viele Grundwerte unseres Zusammenlebens und eine junge Generation, die auch wieder positiv mitprägen kann; so ist es gerade auch angesprochen worden. Junge Menschen lernen, sich an Spielregeln zu halten. Sie lernen übrigens auch, dass man zur Rechenschaft gezogen wird, wenn man vorsätzlich gegen Spielregeln verstößt. Sie lernen Fairness, Freude über eigene Leistungen und ein positives Verhältnis dazu. Sie erleben, dass man manchmal mit besonderen Anstrengungen sozusagen über die eigenen Erwartungen hinauswachsen kann. Sie lernen genauso aber auch das Fertigwerden mit Niederlagen und all das, was bei manchen sonst in unserer Gesellschaft heutzutage schon psychische Probleme verursacht. Im Sport lernt man einen sicherlich manchmal emotional nicht einfachen, aber doch vernünftigen Umgang damit, und das ist wichtig. Nirgends wird dies so selbstverständlich wie im Sport gelebt. Deshalb ein herzliches Dankeschön an alle, die Jugendarbeit gerade in unseren Sportvereinen leisten. In der gesamten Breite und Vielfalt unserer Gesellschaft gibt es keinen anderen Bereich, der so starke, positive Jugendarbeit leistet wie gerade unsere Sportvereine. Dafür vielen Dank. (Beifall bei der CSU, den FREIEN WÄHLERN und den GRÜNEN) Dieser Dank ist umso größer, als das meiste von ehrenamtlichen Leuten geleistet wird; denn die Breite des Sports in Bayern findet nicht in den Profisportvereinen statt – auf die sind wir auch stolz, gar keine Frage –, sondern wird von kleinen Vereinen mit vielen Leuten im Ehrenamt geleistet, die den Verein organisieren. Da braucht es einen Vorsitzenden und einen Schatzmeister sowie die vielen Jugendleiter, Trainer und, und, und. Sie kassieren dafür keine großen Gehälter, sondern machen das einfach aus Spaß am Sport und am Zusammenwirken von Jung und Alt. Das ist großartig. Ohne Ehrenamt wäre dieser Sport nicht denkbar. Vielen Dank für dieses Engagement! (Beifall bei der CSU, den FREIEN WÄHLERN und der SPD) Ich bedanke mich an dieser Stelle auch herzlich beim gesamten Hohen Haus dafür, dass es gelungen ist, über die letzten zehn Jahre von Jahr zu Jahr, auch wenn es nicht immer einfach war, die staatlichen Mittel für die Breitensportförderung in Bayern immer weiter zu erhöhen. Vor zehn Jahren ist die Zuständigkeit für den Sport dem Innenministerium übertragen worden. Wir haben inzwischen mit dem Haushalt, der letzte Woche vom Hohen Haus beschlossen worden ist, gegenüber dem von vor zehn Jahren weit mehr als eine Verdoppelung der Förderung für die Sportvereine und -verbände erreicht. Das kann sich sehen lassen, und ich hoffe, dass es auch in dieser Hinsicht noch nicht aller Tage Ende ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der CSU, den FREIEN WÄHLERN und der SPD) Kollege Taşdelen hat zu Recht auch den Schulsport angesprochen. Für diesen ist die Kollegin Kultusministerin zuständig. Der Schulsport ist in der Tat wichtig, und es ist wichtig, dass wir da eng zusammenarbeiten und eine gute Zusammenarbeit haben. Ich will an dem Beispiel nur sagen – das führt dann auch noch in die Zuständigkeiten des Sozialministeriums –, dass wir uns im Kreis der Minister einig sind, dass wir den Sport auch beim Ausbau der Ganztagsbetreuung für unsere Schülerinnen und Schüler brauchen. Wir müssen jetzt an Konzepten arbeiten, wie wir unsere Sportvereine optimal in diese Ganztagsbetreuung einbinden können. Das ist eine Chance für die jungen Leute, und es ist gleichzeitig eine Chance für die Sportvereine. Daran müssen wir in den nächsten zwei Jahren kreativ und intensiv arbeiten. Da haben wir die Chance, in die Ganztagsbetreuung gerade auch den Sport noch stärker einzubeziehen. (Beifall bei der CSU, den FREIEN WÄHLERN und der SPD) Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist wichtig, dass wir beim Ausbau von Sportstätten im Winter- wie im Sommersport weiter gut vorankommen. Da haben wir weiterhin große Aufgaben vor uns. Ich freue mich sehr darüber, dass jetzt der Freistaat Bayern und die Stadt München beispielsweise gemeinsam dafür sorgen, dass künftig auch hochrangige Tennisturniere hier in München stattfinden können. Ich freue mich, dass wir jetzt im Zeichen des Sports bei den Olympischen und Paralympischen Sommerspielen in Paris stehen werden und dort viele Vertreterinnen und Vertreter des bayerischen wie des deutschen Sports insgesamt präsent sein werden. Und wir freuen uns jetzt gemeinsam auf die Fußballeuropameisterschaft der Männer. Es ist eine besondere Ehre, dass München wie schon bei der WM 2006 wieder das Eröffnungsspiel ausrichten darf. Das ist nicht selbstverständlich, liebe Kolleginnen und Kollegen. Es zeigt, dass wir als Sportland – und München als Sportstadt – eine besondere und weite internationale Bedeutung haben. Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, der Spitzen- und der Breitensport leisten für die Menschen in Deutschland und Bayern Herausragendes. Deshalb wird der Freistaat Bayern den Sport auch weiterhin kräftig fördern. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, damit Bayern bleibt, was es ist, nämlich ein begeistertes und hoch erfolgreiches Sportland. (Beifall bei der CSU sowie Abgeordneten der FREIEN WÄHLER – Holger Dremel (CSU): Bravo!)

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