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Thorsten Freudenberger

CSU 13.06.2024 Sitzungen 19/22

Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Sport hat etwas mit Freude, Fröhlichkeit und Dynamik sowie damit zu tun, sich selbst zu mögen, sich vorzubereiten, zu trainieren, sich zu messen, aber andere wertzuschätzen und im Team erfolgreich zu sein. Deshalb hat es mich nicht gewundert, dass die AfD mit diesem Thema so gar nichts anfangen kann. Sie haben von all dem nämlich leider keine Ahnung. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN sowie des Abgeordneten Maximilian Deisenhofer (GRÜNE)) Olympiastadion München 1974, Weltmeisterschaft, Drehschuss Gerd Müller – viele von uns haben diese Bilder, glaube ich, vor Augen. Elfmeter 1990, Andi Brehme, Weltmeisterschaft – wenige Worte reichen aus, um Bilder entstehen zu lassen, die uns an sportliche Großereignisse erinnern, die uns in der Vergangenheit geprägt und beeindruckt haben. Es ist auch nicht verwunderlich, dass Sport, Politik und Gesellschaft miteinander zu tun haben. Der Blick in die Geschichte zeigt: "panem et circenses" – Brot und Spiele, wie der römische Dichter Juvenal einmal eigentlich eher spöttisch angemerkt hat, verdeutlicht, dass schon seit der Antike ein Zusammenhang dieser Bereiche besteht. Ja, Sport ist Unterhaltung und auch Ablenkung im Alltag, aber Sport ist mehr. Ich möchte noch einen Aspekt zu den vielen Punkten, die wir schon gehört haben, hinzufügen, der mir wichtig ist: Die Menschen, die sportlich tätig sind, sind oft gesünder. Sie entlasten mit ihrer sportlichen Betätigung auch unser Gesundheitssystem. Sport wirkt präventiv, hilft uns bei Reha-Maßnahmen weiter und hält uns fit. Insofern tragen auch all die Angebote, die es in ganz Bayern gibt, dazu bei, dass die Menschen gesünder leben können und weniger oft ärztlich betreut oder im Krankenhaus versorgt werden müssen. Zwar gibt es auch Sportverletzungen, aber das wiegt es nicht auf. Wir haben hier einen sehr, sehr großen Effekt. Das Sportland Bayern lebt von seinen Vereinen und Verbänden. Als Vorsitzender des Landessportbeirates möchte ich einmal all den Tausenden Ehrenamtlichen herzlichen Dank sagen, die in Bayern jeden Tag dafür sorgen, dass wir tolle sportliche Angebote haben. Vielen, vielen Dank von dieser Stelle! (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN sowie der Abgeordneten Maximilian Deisenhofer (GRÜNE) und Arif Taşdelen (SPD)) Fast drei Viertel der Menschen in Bayern bewegen sich regelmäßig. Viele Kinder und Jugendliche sind schon in Vereinen – 60 bis 70 % –, aber gleichzeitig dürfen wir uns damit nicht zufriedengeben. Hier ist noch Luft nach oben. Ein solches Ereignis wie die EM kann natürlich Impulse und Motivation für jüngere, aber auch für ältere Menschen geben, sich sportlich zu betätigen, selbst den Ball in die Hand zu nehmen und zu kicken oder sich einem Sportverein anzuschließen. Insofern hoffen wir auf diese Impulse, und ich bin sicher, dass sie von diesem großen Turnier ausgehen können. Ich möchte noch ganz kurz darauf verweisen, dass der Sport eine sehr wichtige gesellschaftliche Funktion hat, nämlich bei der Vermittlung von Werten. Zu trainieren, um etwas zu erreichen, Demut und einen kühlen Kopf zu bewahren in Zeiten des Sieges, Hoffnung und Optimismus zu schöpfen, wenn man auch einmal verliert, einen Gegner zwar durchaus im Wettkampf besiegen zu wollen, ihn aber trotzdem zu achten, sich an Regeln zu halten und Fair Play zu üben, sich als guter Verlierer zu zeigen, wenn es sein muss, sowie das Bewusstsein zu haben, dass man alleine viel erreichen kann, aber im Team und in der Mannschaft noch erfolgreicher ist – das sind viele wichtige Werte, die bei uns jeden Tag im Bereich des Sports vermittelt werden. Wir brauchen diese Werte, diesen Sport und diesen Geist in unserer Gesellschaft. Mehr Sport, mehr Werte und eine Gesellschaft, die stärker zusammenhält, genau das brauchen wir! (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Diese Impulse, da bin ich mir sicher, können und werden auch von der Europameisterschaft ausgehen. Wir werden hier ein frohes Fest erleben und sehen, dass die Menschen begeistert sind und einen aufgeklärten, liberalen und offenen Patriotismus leben, der sich zu Deutschland bekennt, aber auch offen zu Europa und seinen Werten steht. Wir werden ein Zeichen gegen Hass, Hetze und diejenigen setzen können, die Gräben reißen wollen, statt Brücken zu bauen. Insofern freuen wir uns auf das, was kommen wird. Kann man ein Fest verordnen, kann man ein Fest herbeisehnen? – Vielleicht schon. Verordnen kann man es nicht, aber es liegt an uns: Wenn wir uns in den kommenden vier Wochen begeistern, begeistern sich auch andere. Wir brauchen auch ein bisschen mehr den sportlichen Erfolg. Noch eine Szene – ich bin ja so eingestiegen –: Götze nimmt den Ball an, macht ihn ins lange Eck, und wir werden Fußballweltmeister. – Das war vor zehn Jahren. Wir hätten solche Erfolge im Jahr 2024 mal wieder verdient. Uns allen und den Menschen draußen eine fröhliche, eine friedliche, eine tolle Europameisterschaft in München, in Bayern und in Deutschland! (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN)

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