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Michael Koller

FREIE WÄHLER 21.03.2024 Sitzungen 19/14

Sehr geehrter Herr Vizepräsident, Hohes Haus, werte Anwesende! Das geplante Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz nimmt für uns FREIE WÄHLER nicht den vollen Umfang einer soliden Ausbildung in den Blick, und das bewährte Prinzip von Fördern und Fordern wird unserer Meinung nach an dieser Stelle außer Acht gelassen. Unbestritten ist der große Fachkräftemangel in Deutschland, aber auch in Bayern. Die Ursachen dafür sind sicherlich vielfältig. Ich möchte hier beispielsweise nur die demografische Entwicklung nennen. Unsere Wirtschaft und besonders das Handwerk leiden massiv unter diesem Fachkräftemangel. Es braucht konkrete Schritte, um dem weiteren Anstieg des Fachkräftemangels entgegenzuwirken. Wenn uns das nicht gelingt, bin ich mir sicher, dass der über Jahrzehnte aufgebaute Wohlstand auch in Deutschland in Gefahr ist. Meine sehr verehrten Damen und Herren, Handwerk und Mittelstand sind das Rückgrat unserer Gesellschaft, und selbstverständlich ist die Industrie für den Standort Deutschland und Bayern enorm wichtig und unentbehrlich. Doch ohne die mittelständischen Unternehmen, unsere Handwerker wäre unser heutiger Lebensstandard sicher nicht so erreicht worden. Unsere fleißigen Mittelständler sind massiv auf hochqualifizierte Arbeitskräfte angewiesen. Gerade deshalb sollen wir vor allem Wert auf eine solide und breit gefächerte Ausbildung der jungen Leute legen. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Die duale Ausbildung hat sich in unserem Land stets bewährt. Wir werden darum in Europa und weit darüber hinaus beneidet. Ich meine, sie ist ein Garant für die beste Ausstattung und für eine wunderbare Unternehmensentwicklung. Wir brauchen das durch solide Ausbildung gewonnene Fachpersonal. Während meiner Zeit als Schreiner habe ich ebenfalls dieses duale Ausbildungssystem genossen. Ich bin froh, eine solch solide und grundständige Ausbildung erfahren zu haben, und ich muss sagen: Das, was ich damals gelernt habe, kann mir in der Zukunft niemand mehr nehmen. Ich meine, das duale Ausbildungssystem ist ein wahrer Schatz für unsere Gesellschaft. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Meine Damen und Herren, unsere Unternehmen wollen von der Politik Eindeutigkeit und Verlässlichkeit. Wenn eines verlässlich und eindeutig war, dann war es die fundierte und vergleichbare Ausbildung unserer jungen Leute. Wir dürfen das Vertrauen des Handwerks und des Mittelstandes in die Politik nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Wir müssen Vertrauen schaffen. Wir dürfen für die Zukunft doch keine Gesellen und Meister des Diffusen ausbilden, sondern wir brauchen für die Zukunft wirkliche Könner, Spezialisten und Verantwortungsträger. Wir dürfen einen Qualitätsabfall in Handwerk und Mittelstand auf keinen Fall zulassen. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU) Neben der breiten und vielfältigen Ausbildung in den Berufsschulen ist es vor allem die Praxis, die unsere Ausbildungsgänge so wertvoll macht. Theorie und Praxis im richtigen Mix, Schule und Betrieb im Dialog zum Wohle unserer Auszubildenden – das ist das bewährte Mittel, um einen gleichbleibend hohen Standard zu gewährleisten und um unsere Auszubildenden zu wirklich runden Persönlichkeiten zu machen. Gerade an das Gütesiegel "Made in Germany" soll nun die Axt angelegt werden. Für uns ist das das völlig falsche Signal. Der vom Bund vorgelegte Gesetzentwurf ist aus unserer Sicht nichts mehr als ein Taschenspielertrick, um die Zahl der Fachkräfte künstlich zu erhöhen, um sich eine Statistik schönzurechnen. Es ist zu befürchten, dass die Ausbildungsstandards unterwandert werden. Der wirtschaftliche Druck aus dem Markt kann dazu führen, dass wirkliche Hilfskräfte statt Fachkräfte eingestellt werden. Deshalb unsere Forderungen. Ausbildung kann nicht durch eine reine Ausübung von Tätigkeiten nachgeholt oder ersetzt werden. Fünfter Vizepräsident Markus Rinderspacher: Ihre Redezeit ist zu Ende, Herr Kollege.

Alle Reden von Michael Koller Protokoll ↗