Felix Locke
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin etwas erstaunt über die Vorrednerinnen und Vorredner. Wir reden hier über die Zukunft Deutschlands, und es kommen immer wieder Vergleiche mit digitalen Akten oder anderen Maßnahmen. Wenn wir uns jetzt einmal die geopolitischen Spannungen und die einen oder anderen Themen in unserem wunderschönen Deutschland und im Freistaat anschauen, merken wir, dass wir doch in den spannendsten Zeiten, die man sich überhaupt nur vorstellen kann, leben. Wir sind aktuell in einer KI-Revolution, und Tatsache ist, dass wir binnen weniger als einer Generation den kompletten Arbeitsmarkt und unser gesellschaftliches Miteinander verändern werden. Die industrielle Revolution hat über mehrere Generationen angedauert und über hundert Jahre gebraucht. Die, die am Anfang gedacht haben, dass man das Land weiter mit Pferden bearbeiten sollte, haben am Ende nicht zu den Big Playern und den Großen gehört. Ich bin sehr dankbar, dass wir Visionäre und Vordenker haben, dass wir Treiber in unserer Staatsregierung haben, nämlich in Person unseres Digitalministers Dr. Fabian Mehring. Er hat genau erkannt, dass die Lage so spannend ist und dass wir jetzt Investitionen vorantreiben müssen. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN) Dazu brauchen wir natürlich alle. Da lade ich auch die Opposition ein. Mit "alle" meine ich natürlich auch den Finanzminister, der dafür die finanziellen Mittel geben muss, und andere Minister, die in ihren Bereichen die Digitalisierung ebenfalls vorantreiben müssen. Die Digitalisierung ist ein Gemeinschaftsakt – ein Gemeinschaftsakt, der aber einen Vordenker braucht. Ihn haben wir jetzt mit Dr. Fabian Mehring hier in der Staatsregierung gefunden. Weil doch die eine oder andere Wortmeldung meiner Meinung nach am Thema vorbeigegangen ist und noch etwas in der Art von Neunzehnhundertirgendetwas war, möchte ich einfach mal die Faktenlage darlegen. Wir leben nicht mehr in der Zeit von Nokia 3310, mit dem man vielleicht Snake gespielt hat. Nein, wir leben heutzutage in einer Zeit, in der unsere Kinder mit Tablets den Zugang zu verschiedensten Möglichkeiten haben und in der der Sprachassistent in die Haushalte eingezogen ist. Meine Tochter kann ihre Musik heutzutage schon mit Siri oder Alexa ausspielen. Das habe ich mir zu meiner Schulzeit noch gar nicht vorstellen können. Fakt ist auch, dass sich die Computertechnologie immens wandelt. Wir haben aktuell ein exponentielles Wachstum in der Rechenleistung, die wir pro Sekunde für 100 US-Dollar bekommen können. Mit exponentiellem Wachstum tun sich die einen oder anderen schwer. Das war auch das Thema in der Corona-Pandemie, bei dem die Kollegen der AfD nicht verstanden haben, warum man Einschränkungen gebraucht hat. Mit exponentiellem Wachstum wird die Rate von Infektionen, aber in dem Fall auch von Rechenleistung pro Sekunde noch oben getrieben. Das bedeutet, dass wir in circa zwanzig Jahren die Möglichkeit haben, für 1.000 US-Dollar Rechenleistung zu bekommen, die die Kapazität aller menschlichen Gehirne beinhaltet. Wir haben aktuell die Situation, dass Kinderspielzeuge schon mehr Rechenleistung und Kapazität haben als die Computer der NASA zu Zeiten der Mondlandung. Wenn man weitere Beispiele braucht, dann schaut man einfach mal, wie es damals bei Deep Blue und Kasparow war, als das Schachspiel revolutioniert wurde, oder neuerdings auch bei AlphaGo im Jahr 2016. Google hat eine KI entwickelt, der man das Spiel Go beigebracht hat und die sich durch Selbsttraining und Selbstlernen so weit entwickelt hat, dass sie eines der komplexesten Spiele der Gemeinschaft meistern kann. In dieser Zeit leben wir. Jetzt liegt es an uns zu entscheiden, wohin wir wollen. Wollen wir die Zeichen der Zeit erkennen und jetzt den Motor auf Zukunft stellen und gemeinschaftlich diesen Weg gehen? Oder wollen wir sagen: Nein, das Internet und die Digitalisierung sind Modeerscheinungen, die schon wieder verschwinden? Dann sind wir in Bayern und Deutschland eher auf dem absterbenden Ast. Es gibt auch Beispiele aus unserer Wirtschaft, die mir persönlich als Stimmkreisabgeordnetem des Nürnberger Landes und Nürnbergs sehr weh tun; wenn wir uns mal anschauen, was heutzutage der Unterschied zwischen Quelle und Amazon, einem der Weltkonzerne, ist, sehen wir: Der Unterschied ist, dass das Quelle-Management in den Neunzigerjahren eben nicht erkannt kann, dass das Internet die neue Generation ist und man in Zukunft über das Internet Waren und Dienstleistungen kauft. Quelle hat leider viel zu lange auf den Katalog gesetzt. Manchmal macht eine kleine Entscheidung den Unterschied zwischen der Nummer eins auf der Welt und dem absterbenden Ast. Aber ich bin guter Dinge, dass unser Digitalminister und unsere Staatsregierung dieses Land vorantreiben. Abschließend muss man noch einmal sagen: Digitalisierung bedeutet nicht, ein Dokument einfach nur ins Internet zu schieben und irgend- wie digital auszufüllen. Wir müssen das Ganze ganzheitlich denken. Wir müssen vom Bürger her kommen. Wir müssen, wenn wir die Chance der Digitalisierung jetzt ergreifen, auch unsere Prozesse verschlanken und damit Bürokratie abbauen. Ich bin guter Dinge, dass uns das gelingt. Auf in die Zukunft! Bayern ist gewappnet. Wir werden das KI-Land Nummer eins werden. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU – Zuruf: Bravo!)
