Felix Locke
Sehr geehrte Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich wollte ich Ihnen – wie in der vergangenen Woche – etwas Lebenszeit schenken und diesen Tagesordnungspunkt nicht so hoch hängen; denn er ist es eigentlich gar nicht wert, hier groß diskutiert zu werden. Aber nachdem wir hier innerhalb kürzester Zeit so viele Fake News gehört haben, muss ich schon die eine oder andere Klarstellung vornehmen, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN und der CSU sowie Abgeordneten der GRÜNEN) Ich finde es ja spannend: Nach Ihrer Jungfernrede hier im Bayerischen Landtag hatte ich eigentlich erwartet, dass Sie den roten Teppich für Kriegstreiber Putin hier mit auslegen wollen. Aber Sie haben sich vielleicht gedacht: Na ja, ich gebe mir die Blöße und versuche, mich hier zu bewerben. Daher von meiner Seite Folgendes – damit komme ich auch meinem Bildungsauftrag nach –: Sie stellen sich hier hin und werben um Stimmen. Wenn Sie ernsthaft versuchen, als Mitglied dieses Hohen Hauses respektiert zu werden, und wirklich die Intention haben, im Präsidium mitzuarbeiten, dann beleidigen Sie doch bitte nicht diejenigen, die Sie wählen sollen! Ich wiederhole mich – das tut bei Ihnen manchmal gut; denn das, was wir in Bildung investieren, ist gut investiert –: Das Hohe Haus und das Präsidium repräsentieren jeden Einzelnen von uns. Ich möchte nicht von Putin-Freunden, nicht von Nationalsozialisten oder ähnlichen Menschen repräsentiert werden. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN, der CSU, den GRÜNEN und der SPD) Deswegen gilt für mich weiterhin: Nein, keine Stimme für die AfD! Machen Sie nur so weiter. Solche Reden sind Gold wert. Wenn Sie sich weiterhin öffentlich so verkaufen, dann merken die Wähler in diesem Land trotz ihrer Unzufriedenheit endlich, dass sie bei Ihnen nicht die – sogenannte – Alternative finden, sondern den Untergang, den wir 1933 schon einmal hatten. – Vielen lieben Dank, meine Damen und Herren! (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN, der CSU, den GRÜNEN und der SPD)
