bayern.landtag.de ↗

Marina Jakob

FREIE WÄHLER 22.02.2024 Sitzungen 19/11

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich darf der SPD erst einmal dafür danken, dass sie dieses wirklich wichtige Thema, bei dem es um unser aller Gesundheit geht, auf die Tagesordnung gesetzt hat. Frau Kollegin Rasehorn, ich bin aber etwas verwundert, dass Sie nur wollen, dass die Produkte nicht in unser schönes Bayernland gebracht werden; es geht doch auch darum, bestimmte Produkte nicht nach Europa zu importieren. Seit 2013 sind die Di-n-hexyl-Phthalate verboten. Wir wissen auch, warum sie verboten sind; denn sie sind reproduktionstoxisch. Das heißt, sie haben massive Auswirkungen auf die Fortpflanzung, besonders bei Jungen. Sie sind ursächlich für Fettleibigkeit, Diabetes und Bluthochdruck. Die Zwischenergebnisse der sechsten Deutschen Umweltstudie haben ergeben, dass sich genau diese Stoffe bzw. ihre Abbauprodukte nachweisbar im Urin unserer Kinder finden. Das macht uns allen große Sorgen. Ich bin dem Umweltbundesamt und der Europäischen Kommission dafür dankbar, dass sie das Problem aufgreifen, aufnehmen und Untersuchungen dazu durchführen. Beteiligt daran ist auch die Ruhr-Universität Bochum. Diese sagt, es wird unwahrscheinlich lange dauern, bis man herausfindet, wo der Ursprung dieser Probleme liegt. Es sei so, als würde man eine Nadel im Heuhaufen suchen. Es sei eine chemische Detektivarbeit. Falls innerhalb eines Jahres Lösungen oder Ursachen gefunden werden, sei das ein Erfolg. Aber was können wir alle dafür tun, um diese Stoffe aus unserem Leben herauszuhalten bzw. Kontakt damit zu vermeiden? – Das Allerwichtigste ist – das wurde heute schon angesprochen –, den Import von billigen Produkten aus dem Ausland zu unterbinden. Wir als Konsumenten sollten gar nicht erst auf Plattformen wie Temu oder sonstigen einkaufen, wo es etwa Toaster und Spielzeug schon für wenige Euro gibt, die ohne Zwischenhändler, direkt aus China nach Europa bzw. nach Deutschland kommen. Diese Produkte haben hohes Gefährdungspotenzial. Wir müssen auf uns selber schauen und dürfen diese Produkte nicht importieren. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN sowie Abgeordneten der CSU) Der deutsche Zoll leistet hervorragende Arbeit; er kann aber erst dann Recherchearbeit leisten und gucken, in welchen Produkten dieser Stoff ist, wenn wir die Studien dazu haben und wissen, woher diese Stoffe kommen. Wir freuen uns, dass wir heute diesem Antrag zustimmen können. Der Bund und die EU sind aktuell mit Recherchen an diesem Thema dran. Wir freuen uns auf den Bericht des Gesundheitsministeriums und des Umweltministeriums, freuen uns darauf, einen Bericht über dieses ministeriumsübergreifende Thema im Ausschuss zu hören und zu erfahren, welche Ergebnisse herausgefunden worden sind und was Lösungen sein könnten, um diese Stoffe nicht mehr in unseren Körpern und vor allem nicht mehr im Urin unserer Kinder zu haben. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN sowie Abgeordneten der CSU)

Alle Reden von Marina Jakob Protokoll ↗