Anna Rasehorn
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleg:innen der demokratischen Fraktionen! Weichmacher werden Kunststoffen zugesetzt, damit diese weich, elastisch und biegsam werden. Weichmacher sind besonders gesundheitsgefährdend und so auch eingestuft. Eine Reihe von ihnen darf daher in der EU nicht in Produkten eingesetzt werden, die direkt oder indirekt Kontakt mit der Schleimhaut von Menschen haben. Leider werden Weichmacher trotzdem immer wieder dort nachgewiesen, wo sie eigentlich nicht mehr erlaubt sind, zum Beispiel in Puppen oder Spielzeug, mit verheerenden Folgen: Schädigung von Föten, erhöhtes Risiko für Diabetes, Adipositas oder Bluthochdruck. Etliche dieser Substanzen stehen unter Verdacht, krebsauslösend, fortpflanzungsschädigend oder hormonähnlich zu wirken. Liebe demokratische Fraktionen, deswegen haben wir diese Substanzen auf europäischer Ebene verboten. Wir wollen nicht unsere Kinder oder unsere Enkelkinder schädigen. Das eint uns. Daher sollten wir alle gemeinsam hinschauen, wie diese verbotenen Stoffe in die Kreisläufe unserer Kinder gekommen sind. Eine Studie des Umweltbundesamtes belegt, dass sich in jeder dritten Urinprobe Abbauprodukte eines Weichmachers befinden. Wir müssen den Ursprüngen unbedingt auf den Grund gehen. Das möchten wir mit dem heutigen Dringlichkeitsantrag anstoßen. Nach Prof. Dr. Martin von Bergen, dem Leiter des Departments Molekulare Toxikologie des Umweltforschungszentrums in Leipzig, liegt das Problem vor allem darin, dass diese Produkte vor allem außerhalb der EU produziert und dann nach Deutschland importiert werden und wir Probleme haben, das überhaupt zu kontrollieren. Deswegen wollen wir mit euch gemeinsam folgende Frage stellen: Wie können wir es schaffen, diese Stoffe an den Grenzen aufzufinden, damit sie weder in die EU noch nach Deutschland oder Bayern gelangen können? Lasst uns für die Gesundheit unserer Kinder und Enkelkinder genau hinschauen und gemeinsam agieren. Ziehen wir daher Konsequenzen. Wir hoffen auf Ihre Zustimmung. Lassen Sie uns gemeinsam auf Spurensuche gehen! (Beifall bei der SPD – Martin Wagle (CSU): Dann lassen wir uns berichten! – Anna Rasehorn (SPD): Es ist ein Berichtsantrag! – Martin Wagle (CSU): Ja, das sage ich doch!)
