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Carolina Trautner

CSU 12.12.2023 Sitzungen 19/7

Sehr geehrter Herr Vizepräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Das große rote, leuchtende "A" der Apotheke – wie oft ist das der Retter in der Not: Wenn wir für das fiebernde Kind den Fiebersaft brauchen, wenn wir für das Knie der Oma die Schmerzsalbe brauchen, wenn wir beim Fahrradsturz die Wundsalbe brauchen. Wo bekommen wir alles das, was wir brauchen, und zwar schnell, kompetent, sicher – auch am Sonntag, Wochenende und Feiertag, in der Nacht – ohne Terminvereinbarung? – Wir bekommen es in der Apotheke. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Die Apotheke ist kein gewöhnlicher Laden. Nein, die Apotheke ist der Garant für eine sichere Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Doch das große rote "A" verschwindet immer mehr, und zwar nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt. Wir haben den niedrigsten Stand seit vier Jahrzehnten. Das Apothekensterben geht weiter. Hatten wir in Bayern 2010 noch circa 3.400 Apotheken, so sind es im September dieses Jahres 2.800 gewesen. Warum ist das so? – Lieferengpässe, Fachkräftemangel und eine zu geringe Vergütung machen den Apotheken das Leben schwer. Sie stehen unter einem enormen wirtschaftlichen Druck. Seit zehn Jahren wurde die Vergütung nicht erhöht, obwohl die Personalkosten gestiegen sind, obwohl die Betriebskosten und die Lebenshaltungskosten gestiegen sind. Man muss sich das einmal vorstellen! Hier muss der Bund dringend die Honorare zukunftsfähig anpassen, damit Apotheken auskömmlich arbeiten können. Schließlich müssen sie auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlen, die im Übrigen generell fehlen. (Zuruf von den GRÜNEN) – Bayern unterstützt hier mal wieder. Bayern unterstützt die Kampagne zur Nachwuchsgewinnung. Was passiert in Berlin als Reaktion auf all diese Fragestellungen? – Bewährte Strukturen werden infrage gestellt. Das gipfelt in dem Vorschlag, Filialapotheken ohne Apothekerin und Apotheker, ohne Labor, ohne Nachtdienst und ohne Rezeptur zu schaffen, aber dafür mit einem großen Warenlager. Wie unsinnig und praxisfern ist solch ein Vorschlag? (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Wer so einen Vorschlag macht, hat keine Ahnung von der Verantwortung und der fachlichen Kompetenz, die ein Apotheker jeden Tag in seiner Apotheke braucht. Nachhaltige Strukturen und Wertschätzung schauen wahrlich ganz anders aus. Zudem stehen die Lieferengpässe auf der Tagesordnung. Diese betreffen über 500 Arzneimittel. Wir brauchen aber dringend den raschen Zugang zu lebenswichtigen Arzneimitteln. Auch hier ist die Apotheke der verlässliche Partner des Patienten. Aber der aufwendige Ersatz eines nicht lieferbaren Medikaments ist nicht mehr lange flexibel möglich; denn da wird die Bürokratie über alles gestellt. Vergütet wird auch das nicht. Wir sind auf unseren starken Pharmastandort Bayern stolz. Aber das Ganze darf nicht nur in Bayern stattfinden. Wir brauchen mehr Forschung und mehr Entwicklung. Wir brauchen in ganz Europa, auch in Deutschland, mehr Produktion. Wie schnell Lieferketten reißen können, haben wir in den letzten Jahren und Monaten gesehen. Wir dürfen uns nicht von China und Indien abhängig machen. Wir brauchen konkurrenzfähige regulatorische Rahmenbedingungen. Der eingeschlagene Berliner Weg führt auch hier zu keiner Lösung. (Zuruf von den GRÜNEN) Hier sind falsche Anreize gesetzt worden. Ich nenne zwei Schlagworte: erhöhte Herstellerabschläge, insbesondere für patentgeschützte Arzneimittel, und das Preismoratorium für Arzneimittel. All das erschwert natürlich die Rückholung der Produktion. Das ist im internationalen Vergleich unattraktiv. Darüber brauchen wir gar nicht zu reden! (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN) Das schadet der Arzneimittelentwicklung in Deutschland massiv. Es gilt also voranzugehen, Unsicherheiten zu beseitigen, die Pharmaindustrie zu stärken. Die bayerische Taskforce ist richtig. Auch der Bayerische Pharmagipfel ist richtig. Wir machen es vor, und zwar im Dialog mit den Pharmaverbänden. Das ist das Wichtige. Wenn ich die Expertise nicht selber habe, muss ich sie mir von den Fachleuten holen. Die Apothekerinnen und Apotheker stehen bereit. (Beifall bei der CSU und den FREIEN WÄHLERN)

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