Tülay Durdu
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Trainerinnen und Trainer sind das Rückgrat des Sports – vom Verein um die Ecke bis zum Olympiastützpunkt. Ohne sie bewegt sich nichts. Sie begleiten Talente, motivieren, fordern und fördern. Doch wer hauptberuflich Trainer im Leistungssport ist, der hat es schwer: lange Arbeitszeiten auch am Wochenende, lange Reisen und befristete Arbeitsverträge. Der Trainerberuf verlangt viel, und die Bezahlung ist gering. Das ist ein Problem, und es ist gut, dass wir darüber sprechen. Aber was die AfD heute wieder vorlegt, ist keine Lösung. Es ist ein weiterer unausgereifter Schnellschuss, wie wir ihn aus dieser Fraktion leider zur Genüge kennen. (Beifall von der SPD) Der Antrag fordert einen Trainertarifvertrag ohne irgendeine realistische Umsetzungsstrategie – ein Papiertiger, der mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt. Stichwort: Finanzierung. Tja, Herr Keith, Sie üben sich heute offenbar im Schießen von Eigentoren. Noch heute Nachmittag haben Sie sich über unseren Antrag zur Förderung von Sportstätten mokiert. Es fehle an Finanzierungsvorschlägen. Nun, wo sind denn Ihre Vorschläge? Sie haben keine, wie immer. Aber vielleicht haben Sie sich auch gedacht, wer keine Kosten nennt, der muss auch nichts finanzieren. Es würde mich nicht wundern. Merken Sie sich, Herr Keith: Wer im Glashaus sitzt, sollte lediglich nicht mit Steinen werfen – und in meine Richtung schon mal gar nicht. (Vereinzelt Beifall von der SPD) Der Leistungssport in NRW ist keine Insel. Trainerinnen und Trainer im Leistungssport sind in einem hochkomplexen, föderal und bundesweit verflochtenen System beschäftigt. Viele von Ihnen sind auf Bundesebene angestellt, etwa bei den Bundesstützpunkten oder Bundesverbänden. Andere arbeiten an Landesstützpunkten, viele sogar freiberuflich. Ein solcher Flickenteppich braucht eine koordinierte Lösung, gemeinsam mit dem Bund, mit dem DOSB, mit den Sportverbänden. Landtag Die Gelegenheit ist günstig. Die Bundesregierung will die Arbeitsbedingungen von Trainerinnen und Trainern deutlich verbessern. Hier muss die Landesregierung ansetzen und mitgestalten – aber nicht mit dem Kopf durch die Wand und auch nicht mit Symbolpolitik. Wer die Lage der Trainerinnen und Trainer wirklich verbessern will, braucht Seriosität, Struktur und Zusammenarbeit. All das fehlt in diesem Antrag. Wir lehnen ihn deshalb ab, aber wir erwarten von der Landesregierung, dass sie zügig das Gespräch mit dem Bund und den Sportstrukturen aufnimmt – für eine gemeinsame Lösung. Denn wer Spitzenleistung will, muss auch Spitzenbedingungen für Athleten und für Trainer schaffen. Ich wünsche allen einen schönen Abend. – Danke schön. (Beifall von der SPD)
