Zacharias Schalley
Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Theodor Fontane, der Poet der brandenburgischen Sandbüchse, schrieb einst: „Zuletzt siegt immer das Ackerfeld über das Schlachtfeld.“ Im Krieg gegen das Eigene macht der grüne Zeitgeist mit jedem neuen Tag auch unsere alten und artenreichen Kulturlandschaften zu einem Schlachtfeld: Kulturlandschaften, die in durchindustrialisierte Energielandschaften transformiert werden; Kulturlandschaften, die in Photovoltaikwüsten umgewandelt werden. Rolf Peter Sieferle nennt das Ergebnis dieser Transformation treffend „totale Landschaft“. Diese transformierte „totale Landschaft“ hält nicht, was ihre grünen Apologeten versprechen. Statt Versorgungssouveränität müssen wir trotzdem importieren: bösen Atomund Kohlestrom und am Ende auch unser Brot. Sie sagen in Dauerschleife, wir bräuchten Platz für Migranten, Windindustrieanlagen und natürlich auch für Flächen-Photovoltaik. (Inge Blask [SPD]: O mein Gott!) Bis zum Jahr 2030 wollen die Einheitsparteien 215 GW Solarleistung installiert haben, einen Großteil davon auf Freiflächen. Konkret heißt das: Dafür werden jedes Jahr Tausende Hektar unter Stahl- und Glaskonstruktionen begraben – Blühwiesen, ökolo-04.06.2025 gisch wertvolle Magerrasen und artenreiche Grünlandflächen, aber auch wertvoller Ackerboden. Nicht die Dachflächen, nicht die ohnehin versiegelten Industrieareale von Firmen werden überbaut, sondern die günstigen und weitläufigen Agrarflächen, oft auch ökologisch wertvolle Offenlandbiotope. Die Argumente lauten: Auf den Freiflächen geht es effizienter, billiger und schneller. – Aber zu welchem Preis? Wussten Sie, dass über 70 % der Arten Mitteleuropas auf Offenland angewiesen sind, dass Bodenbrüter wie Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn auf extensiv bewirtschaftete Flächen angewiesen sind, also auf Magerrasen, Wiesen und Weiden? Auf genau solchen Flächen werden nun großflächig Solaranlagen errichtet – mit eingezäunten Arealen, Schattenwurf, gestörter Bodenstruktur, verändertem Klima und veränderter Vegetation. Damit bricht für die bislang dort lebenden Arten mit einem Mal der Lebensraum weg. (Zuruf von Dr. Gregor Kaiser [GRÜNE]) Die Ausgleichsmaßnahmen reichen oft nicht aus, um den Verlust an Biodiversität zu kompensieren. Allzu häufig werden sie nicht einmal umgesetzt. Kurzum: Grüne wollen das Klima retten, aber dabei zerstören sie die Natur. (Beifall von der AfD) Es ist aber nicht nur der Gratismut der Klimaretter. Es ist auch Ihre unerträgliche Doppelmoral, die Sie selbstgefällig zur Schau tragen und dies auch gleich in den Reden tun werden. (Gönül Eğlence [GRÜNE]: Das sagen ausge- rechnet Sie! Sehr spannend!) Dieselben politischen Kräfte, die sich sonst zu Recht gegen Flächenversiegelung und den Verlust von Lebensräumen stellen, jubeln auf einmal auf, wenn solche Flächen mit PV-Anlagen zugebaut werden. Plötzlich ist Versiegelung kein Problem mehr. Flächenverbrauch ist legitim, solange er das Etikett „erneuerbar“ trägt. Wie grün ist ein politisches Projekt wirklich, durch das Böden versiegelt und Lebensräume zerstört und statt Feldfrüchten und Nahrung nun Maschinen für die Energieernte geschaffen werden? Wer das als nachhaltig bezeichnet, der profitiert entweder davon, oder er ist ein blinder Jünger der Klimakirche. (Beifall von der AfD – Zuruf von Gönül Eğlence [GRÜNE]) „Dumm“ oder „gierig“ sind die passenden Attribute für solche Klimaschützer. Nachhaltigkeit muss mit Blick auf das gedacht werden, was nicht rückholbar ist: verlorene Artenvielfalt. Fragen wir einmal mal danach, wer wirklich von Freiflächen-Photovoltaik profitiert. Der Run ist ja kein Zufall, denn damit ist ordentlich Reibach zu machen. Landtag Erst kaufen Projektierer landwirtschaftliche Nutzflächen zu Ramschpreisen auf. Dann kassieren sie staatlich geförderte Einspeisevergütungen und andere Subventionen. Kommunen profitieren von den Gewerbesteuern. Landwirte sind gezwungen, solche Flächen anzulegen, weil sie von den Agrarerzeugnissen nicht leben können. Der Erlös ist oft um ein Vielfaches höher als das, was der Ackerbau einbringt. Das ist eigentlich pervers. (Gönül Eğlence [GRÜNE]: Das hier ist auch pervers!) Wir dürfen es doch nicht zulassen, dass unsere Natur zum Handelsobjekt der grünen Planwirtschaftsindustrie degradiert wird. (Beifall von der AfD) Während die freie Wirtschaft unter immer stärker angezogenen bürokratischen Daumenschrauben stöhnt, reiben sich Projektierer von Freiflächen-Photovoltaik die Hände. Ihre Verfahren werden vereinfacht. Naturschutzbedenken werden systematisch kleingeredet. Wer es wagt, kritische Fragen zu stellen, gilt schnell als Klimaleugner. (Gönül Eğlence [GRÜNE]: Natürlich!) Dabei gäbe es Alternativen für Deutschland. Eine Studie der Fraunhofer-Gesellschaft zeigt: Allein durch die Nutzung von Dachflächen oder Parkplätzen, Infrastrukturtrassen und bereits versiegelten Flächen könnten über 250 GW Solarleistung installiert werden, ohne natur- und landwirtschaftliche Nutzflächen zu belasten. (Gönül Eğlence [GRÜNE]: Immer das gleiche Kartenset!) Warum also setzen wir nicht auf das Naheliegende? Warum wird das Billigste, aber nicht das Nachhaltigste gefördert? Die Wahrheit ist: Wir stehen an einem ökologischen Wendepunkt – nicht wegen des Klimas, sondern wegen des Ausverkaufs unserer Böden. Die Energiewende darf nicht zur Landschaftszerstörung unter grünen Vorzeichen führen. Die Moral dieser Menschen ist genauso doppelt wie die Dämmung und Isolierung der energetisch sanierten Häuser, die von ihnen bewohnt werden. Sie reden von blühenden Landschaften und schaffen mit Freiflächen-PV glühende Landschaften. Stoppen wir diesen Irrsinn. Bewahren wir unsere Natur und unsere Heimat vor dem Ausverkauf an grüne Geschäftemacher. Denn Umweltschutz ist auch immer Heimatschutz. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD – Gönül Eğlence [GRÜNE]: Genau, wir bereichern uns daran!) 04.06.2025
