Anke Fuchs-Dreisbach
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! „Allen jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen – Anschlussperspektive nicht an Datenübermittlung scheitern lassen“. Der Titel des Antrags erweckt beinahe den Eindruck, dass mit der Datenübermittlung allein automatisch eine Verbesserung des aktuellen Fach- und Arbeitskräftemangel einhergehe. (Lachen von Jochen Ott [SPD] – Lena Tesch- lade [SPD]: Nein! Ein Aspekt!) Wir begegnen dem Fach- und Arbeitskräftemangel jedoch, indem wir die duale Ausbildung attraktiver gestalten, sie gesellschaftlich mehr anerkennen und jungen Menschen die akademische und die duale Ausbildung und damit beide Wege aufzeigen. (Beifall von der CDU) Dieses Ziel verfolgen wir als Zukunftskoalition gemeinsam mit der Landesregierung. Mit der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ – kurz: KAoA – gibt es in Nordrhein-Westfalen einen landesweiten und strukturierten Prozess für den Übergang von der Schule in den Beruf. Wir stellen mit KAoA sicher, dass Jugendliche frühzeitig bei der beruflichen Orientierung, bei der Berufswahl und beim Eintritt in die Ausbildung oder der Aufnahme des Studiums Unterstützung erhalten. Das wird seit Anfang des Jahres in den Schulen in Nordrhein-Westfalen umgesetzt. Es ist unser klares Ziel, allen jungen Menschen nach der Schule möglichst rasch eine Anschlussperspektive für eine Berufsausbildung oder für ein Studium zu ermöglichen. Als Land stellen wir für KAoA im aktuellen Haushaltsjahr deshalb erneut 14 Millionen Euro zur Verfügung. Dankenswerterweise lässt unser Arbeitsminister Karl-Josef Laumann in seinem täglichen Handeln keinen Zweifel daran, dass für ihn die Stärkung der dualen Ausbildung von zentraler Bedeutung ist, um dem Fach- und Arbeitskräftemangel zu begegnen. Für mich steht außer Frage, dass die akademische und die berufliche Bildung gleichwertig sind, und wir haben im Rahmen des Ausbildungskonsenses das Übergangssystem „Schule zu Beruf“ fest im Blick. Mit diesem Übergangssystem ermöglichen wir allen Jugendlichen einen Übergang von der Schule in den Beruf. Das geschieht strukturiert, verpflichtend und unabhängig davon, welche Schulform die jungen Menschen in unserem Land besuchen. Die aktuell vorgelegte Halbjahresbilanz der Bundesagentur für Arbeit zeigt deutlich, dass sich der Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen zunehmend 31.03.2023 zum Bewerberinnen- und Bewerbermarkt entwickelt. Die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden, waren für junge Menschen lange nicht mehr so gut, wie sie aktuell sind. Ungeachtet dieser positiven Entwicklung fällt ein Ausbildungsplatz trotz des Fach- und Arbeitskräftemangels nicht vom Himmel. Als Land haben wir die entsprechend notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen und entwickeln diese permanent weiter. Es bedarf aber auch vonseiten der Jugendlichen und deren Familien eines gewissen Maßes an Eigenverantwortung und den Willen, sich um einen Arbeitsplatz zu bemühen. Der Staat wird diese Endverantwortung nicht übernehmen können. Sowohl mit „Kein Abschluss ohne Anschluss“ als auch mit dem Ausbildungskonsens haben wir Maßnahmen ergriffen, die wir in der Frage der Datenübermittlung weiterentwickeln werden. – Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
