Frank Lortz
Herr Wirtschaftsminister. Kaweh Mansoori, Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum: Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Frau Abgeordnete Walther! Der Flughafen Frankfurt am Main ist bereits heute sehr gut an den Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn angebunden und verfügt damit über eine einmalige Intermodalinfrastruktur. Um Kurzstreckenflüge auf die Bahn verlagern zu können, muss Zielsetzung sein, das Angebot der Bahn so leistungsfähig und attraktiv zu gestalten, dass Passagiere die Bahn auch unter dem Gesichtspunkt der Gesamtreisezeit sowie des Preis-Leistungs-Verhältnisses gerne als Alternative zum Flug nutzen. Hierzu tragen auch zum Beispiel die Supersparpreistickets der Deutschen Bahn bei. Diese preisliche Angebotsgestaltung für attraktive Alternativen zum Flugverkehr liegt jedoch ausschließlich in den Händen der Schienenpersonenfernverkehrsunternehmen, vornehmlich der DB Fernverkehr AG. Darüber hinaus bietet die DB in Zusammenarbeit mit rund 50 Airlines wie Lufthansa, Condor, Air France und Singapore Airlines die Bahnreise über Rail & Fly als alternativen Zubringer für internationale Flüge an. Über das Rail&-Fly-Angebot der DB können von allen 5.600 Bahnhöfen in Deutschland unterschiedlichste deutsche Flughäfen zu attraktiven Preisen erreicht werden. Hierbei wird die Bahnfahrkarte von den Fluggesellschaften als zusätzlicher Service zur Flugbuchung angeboten. Die Lufthansa AG bietet zudem für Flüge vom und zum Flughafen Frankfurt am Main in Kooperation mit der DB den Service von Lufthansa Express Rail an. Von 28 Bahnhöfen, unter anderem von Hamburg, Berlin und Basel aus, erreichen Reisende mit optimalen Umsteigezeiten und Umsteigegarantie mit dem Zug die Lufthansa-Flüge am Flughafen Frankfurt. Hierbei wird ein integriertes Ticket ausgestellt, und es erfolgt ein Check-in für Zug und Flug. Die Sitzplatzreservierung für die Zugfahrt zum Flughafen Frankfurt ist inklusive, und bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Frankfurt kann die Fast Lane genutzt werden. Die Landesregierung wirkt darauf hin, dass die Luftverkehrswirtschaft und die Deutsche Bahn AG die Weiterentwicklung der Komodalität von Luft- und Schienenverkehr mit Nachdruck vorantreiben und die Angebotskonzepte für die Kunden weiter verbessern. Betreffend die Schaffung neuer oder verbesserter Fernverkehrsverbindungen setzt sich die Landesregierung gegenüber dem Bund als Eigentümer der Schieneninfrastruktur für den umfassenden Ausbau, insbesondere für die Realisierung der Projekte des Bundesverkehrswegeplans gemäß dem Konzept des Deutschlandtaktes, und für eine damit mögliche kontinuierliche Ausweitung der Schienenverkehrsangebote ein. Diesbezüglich sind insbesondere die Vorhaben des Bundesverkehrswegeplans von hoher Bedeutung. Die Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim, die Aus- und Neubaustrecke Hanau–Fulda, der Fernbahntunnel Frankfurt und der Ausbau der Nordmainischen Bestandsstrecke von Frankfurt in Richtung Hanau, auch genannt Nordmainische S-Bahn, werden die Fahrzeiten auf der Schiene für den Kunden attraktiv verkürzen. Die Projekte befinden sich bereits in unterschiedlichen Phasen der Planung.
