Torsten Klieme
Der Übergang von einer verlässlichen Grundschule in eine Ganztagsgrundschule ist ein riesengroßer schulorganisatorischer Schritt. Der betrifft alle Bereiche der Schule. Das sind sowohl inhaltliche, organisatorische und strukturelle Fragen, es betrifft die Lehrkräfte, die Eltern und die Schülerinnen und Schüler. Deswegen haben wir nicht nur in Bremen, sondern bundesweit die Erfahrung gemacht, dass ein schrittweises Aufwachsen in so eine neue Struktur der bessere Weg ist, um diese starken Organisationsentwicklungsanforderungen, die an eine Schule bestehen, tatsächlich möglichst konfliktfrei umsetzen zu können. Ich nenne einmal ein Beispiel: Natürlich ist es so, dass gerade bei den älteren Schülerinnen und Schülern, so der dritten und vierten Jahrgänge, nicht alle Eltern von vornherein das große Bedürfnis und auch den Bedarf haben, ihre Kinder an fünf Tagen in der Woche bis um 16:00 Uhr in der Schule zu belassen, weil Kinder in diesem Alter schon im Sportverein sind, in Kulturvereinen sind, an der Musikschule sind. Deswegen glaube ich, dass es klug ist, dann nicht in ein laufendes Verfahren einzugreifen, wo Eltern ihr Kind unter anderen Voraussetzungen an dieser Schule angemeldet haben, sondern tatsächlich erst die Tatsachen zu schaffen und dann aufwachsend ab dem ersten Jahrgang in das neue Konzept hineinzuwachsen.
