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Kathrin Moosdorf

10.12.2024 Sitzungen 21/19

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zu Frage 1: Zum Stand 31. Dezember 2022 wurden folgende Gelbe Tonnen genutzt: Insgesamt wurden an 56 679 Orten in der Stadt Bremen Gelbe Tonnen geleert. Das können zum Beispiel Privathaushalte, Krankenhäuser oder Hotels sein. Folglich können an einer Stelle mehrere Tonnen geleert beziehungsweise eine Tonne von mehreren Nutzern gebraucht werden. Die geleerten Gelben Tonnen unterscheiden sich in ihrer Größe. So wurden 31 900 Tonnen mit einem Fassungsvermögen von 120 Litern, 22 300 Tonnen mit einem Fassungsvermögen von 240 Litern und 4 600 Tonnen mit einem Fassungsvermögen von 1 100 Litern geleert. Über die Nutzung von Gelben Säcken bestehen keine Erkenntnisse. Zu Frage 2: In Bremen besteht seit vielen Jahren für die Bürgerinnen und Bürger die Wahlmöglichkeit zwischen Gelbem Sack und Gelber Tonne. Seitens der Bremer Stadtreinigung, DBS, wird im Rahmen der Abfallberatung grundsätzlich die Nutzung von Gelben Tonnen empfohlen. Allerdings bevorzugen viele Bürgerinnen und Bürger die Gelben Säcke, da hierfür – insbesondere in engen Bebauungsstrukturen – keine Stellflächen für die Tonnen benötigt werden. Durch dieses Mischsystem wird gewährleistet, dass alle Bürgerinnen und Bürger ihre Abfälle trennen und damit wertvolle Ressourcen in die Wiederverwertung gelangen können. Daher beabsichtigt der Senat, aus abfallwirtschaftlicher Sicht grundsätzlich am bürger:innenfreundlichen Mischsystem festzuhalten. Zu Frage 3: Müllvermeidung ist ein wichtiges Mittel, um Ressourcen zu sparen und einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt zu fördern. Daher sind auch im Abfallwirtschaftskonzept 2022 zahlreiche Maßnahmen zur Vermeidung, Wiederverwendung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen für die nächsten fünf Jahre beschrieben. Das Ziel ist ein langfristig zuverlässiges und umfassendes Entsorgungsangebot unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten. Durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit – unter anderem auf den Social-Media-Kanälen – wird zum Thema Abfallvermeidung sensibilisiert und werden vielseitige Alternativen aufgezeigt. Ein Beispiel für bereits erfolgte Maßnahmen ist unter anderem die „Schnippel-Disko“. Hier wurden aus dem Müll gerettete Lebensmittel zu Speisen verarbeitet. Ein weiteres Beispiel sind die Recyclingstationen. Hier wurden in den Jahren 2022 und 2023 fast 3 000 Elektrogeräte gesammelt, aufbereitet und in Einrichtungen der Inneren Mission und der Möbelhallen der Gröpelinger Recycling Initiative weitergegeben. Elektroschrott wurde so erfolgreich vermieden. Erfolgreich ist auch die Wiederverwendung von Fahrrädern. Diese werden seit November 2023 separat vom Metallschrott in den Recyclingstationen angenommen und von der Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mbH gemeinnützig im Rahmen einer Beschäftigungsmaßnahme aufbereitet. Insgesamt konnten im Rahmen dieser Sammlung bis Ende November dieses Jahres 2 210 Fahrräder übergeben werden. Diese werden von der WaBeQ direkt wieder instand gesetzt beziehungsweise als Ersatzteillager zum Aufbau von straßenverkehrstauglichen Fahrrädern genutzt. Abfallvermeidend wirkt außerdem das Entleerungssystem beim Restmüll. Nutzerinnen und Nutzer zahlen nur die tatsächlich getätigten Entleerungen ihrer Tonne. Damit wird abfallvermeidendes Nutzerverhalten honoriert, und es werden Anreize geschaffen, die gut ausgebauten und ohne zusätzliche Gebühr nutzbaren Systeme für die Erfassung von Wertstoffen zu nutzen, um den abfallwirtschaftlichen Zielen Vermeidung und hochwertigem Recycling gerecht zu werden. – So weit die Antwort des Senats!

Alle Reden von Kathrin Moosdorf Protokoll (PDF) ↗