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Sascha Karolin Aulepp

12.11.2024 Sitzungen 21/18

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter Voigt! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zu Frage 1: Kitakinder mit festgestelltem Sprachförderbedarf laut PrimoSprachtest erhalten ein Sprachförderangebot in der Kita. Hierfür werden die betroffenen Einrichtungen mit zusätzlichen Ressourcen für Sprachförderfachkräfte beziehungsweise für die Funktionsstellen „zusätzliche Fachkraft für Sprachbildung und -förderung“ ausgestattet. Kinder mit festgestelltem Sprachförderbedarf laut Primo-Sprachtest, die im Jahr vor der Einschulung noch keine Kita besuchen, erhalten über das Kitabrückenjahr vorrangig einen Kitaplatz und dort dann auch das oben genannte Sprachförderangebot im Jahr vor der Einschulung. Die Bremer Kitas arbeiten mit dem Konzept „Gezielte alltagsintegrierte Sprachförderung im Elementarbereich – Übergang von der Kita in die Grundschule“. Für die Kinder, die bislang nicht auf einen Kitaplatz vermittelt wurden, hat die Senatorin für Kinder und Bildung weitere Maßnahmenorte zur Sprachförderung eingerichtet. In niedrigschwelligen Maßnahmen an schulischen und außerschulischen Orten im Sozialraum findet für diese Kinder im Vorschulalter dann eine qualifizierte Vorbereitung auf den Schulstart mit dem Schwerpunkt auf Sprachförderung statt. Zu Frage 2: Der Sprachstand und damit auch der Sprachförderbedarf wird in Bremen mit dem Verfahren zur Sprachstandsfeststellung erhoben, bekannt als Primo-Test. Dieses Verfahren besteht aus dem digitalen PrimoTest sowie einer kriteriengeleiteten Einschätzung zum Sprachstand eines jeden Kindes von den pädagogischen Fachkräften. Der Primo-Test hat in entsprechenden Untersuchungen unter dem vorherigen Namen Cito-Test die wissenschaftlichen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität erfüllt. Insbesondere bei der Objektivität und Reliabilität sind hohe Werte erreicht worden. Die Reliabilität gibt Auskunft über die Zuverlässigkeit eines Messinstruments, hier also des Primo-Tests, das bedeutet, dass die Testergebnisse bei Wiederholung unter gleichen Bedingungen ähnlich sind. Für die Ermittlung eines Sprachförderbedarfs ist das ein wesentliches Gütekriterium. Eine Fehlerquote wird sowohl für das Verfahren als auch für den konkreten Primo-Test nicht ermittelt. Die Erkenntnisse der vorschulischen PrimoTestung werden jedoch sowohl im Lichte der Einschätzung der mit den Kindern aus dem Kitaalltag vertrauten Fachkräfte als auch durch die folgende Testung im ersten Schuljahr kritisch betrachtet und validiert. Sollten Eltern mit dem Ergebnisbescheid nicht einverstanden sein, haben sie die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Von dieser Möglichkeit hat in den vergangenen Durchläufen kaum ein Elternteil Gebrauch gemacht. Zu Frage 3: Seit 2022 findet in Bremer Kitas die Implementierung des Beobachtungs- und Dokumentationsinstruments BaSiK statt. Hierbei werden Multiplikator:innen sowie Kitateams fortgebildet und mit Materialien ausgestattet. BaSiK steht für „Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen“ und wird in Bremen im Rahmen des Kita-Qualitätsgesetzes als Ländermaßnahme „Höhere Wirksamkeit der Sprachförderung durch standardisierte Instrumente und Methoden“ im Handlungsfeld 7 „Förderung der sprachlichen Bildung“ umgesetzt. Die gezielte Beobachtung soll dabei unter Nutzung von Alltagssituationen die Fachkräfte für den Bildungsbereich Sprache sensibilisieren, die Schritte des Spracherwerbs sichtbar machen, zur Erkennung von Warnsignalen befähigen und dazu führen, dass gegebenenfalls ärztliche Beratung hinzugezogen wird, um Maßnahmen außerhalb der Kindertagesbetreuung, zum Beispiel logopädischen Bedarf, einleiten zu können. Dabei gibt das Verfahren Hinweise, wie der Kitaalltag insgesamt sprachanregender gestaltet werden kann. Diese Erfahrung konnte aus einer großflächigen Umsetzung zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen bestätigt werden. – So weit die Antwort des Senats!

Alle Reden von Sascha Karolin Aulepp Protokoll (PDF) ↗