Maike Frese
Mehrsprachig mache ich die Antwort nicht. Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zu Frage 1: In Bremen wird mindestens eine Stadtführung am Tag angeboten, häufig auch mehr. Die Zahl der täglichen Angebote unterscheidet sich entsprechend der Nachfrage an den Wochentagen und in den Monaten. Samstags finden die meisten Führungen statt. Im Detail sieht der Plan von Bremen Tourismus für die regelmäßig stattfindenden öffentlichen Stadtführungen in 2024 wie folgt aus: Januar bis März eine Führung pro Tag, samstags drei Führungen pro Tag, im April zwei Führungen pro Tag, samstags vier Führungen pro Tag, Mai bis Oktober drei Führungen pro Tag, Donnerstag bis Samstag vier Führungen pro Tag und November bis Dezember zwei Führungen pro Tag, Donnerstag bis Samstag drei Führungen pro Tag. Ist diese festgelegte Mindestanzahl an Führungen ausgebucht, werden kurzfristig zusätzliche Guides angefragt, um das Angebot zu erweitern. Im Mai und Juni 2024 stieg die Anzahl der öffentlichen Stadtrundgänge samstags häufig auf sieben. Im ersten Halbjahr 2024 wurden bereits 475 öffentliche Stadtführungen durchgeführt, das sind rein rechnerisch 2,6 Führungen pro Tag bei 182 Tagen. Davon wird mindestens eine öffentliche Stadtführung pro Tag auf Englisch beziehungsweise als bilinguale Führung angeboten, also zweisprachig auf Deutsch und Englisch. Auch die Rathausführung wird täglich auf Englisch angeboten. Hinzu kommen bei entsprechender Nachfrage weitere öffentliche Stadtrundgänge und Führungen sowie individuell gebuchte Führungen für Gruppen, die auf Anfrage in 13 verschiedenen Fremdsprachen gebucht werden können. Zu Frage 2: Stadtführungen werden von Bremen Tourismus in folgenden Fremdsprachen angeboten: Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Schwedisch, Dänisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch, Türkisch, Ukrainisch, Chinesisch und Japanisch. Die Vermarktung erfolgt über folgende Buchungswege: persönliche Beratung und Verkauf in der Bremen Information vor Ort, per Telefon sowie per E-Mail, zudem digital über Chatbot, über die Buchungsstrecke auf der Internetseite Bremen.de sowie über externe Onlinevertriebswege wie zum Beispiel GetyourGuide. Weiterhin erfolgt eine Bewerbung der Stadtführungen im Bremen-Reisekatalog, in Flyern und weiteren Printprodukten, über die klassische Pressearbeit, im Onlinemarketing sowie auf Messen, Roadshows, B2B-Workshops im In- und Ausland. Die Nachfrage nach Stadtführungen in Bremen hat sich positiv entwickelt. Die gebuchten und vermittelten Personen für Führungen und Rundfahrten sind im Vergleich von 2019 zu 2023 bei der WFB um 35 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden im Jahr 2023 Führungen und Rundfahrten für 175 127 Personen über die WFB gebucht. Das Angebot unterschiedlicher thematischer Führungen wurde in den letzten Jahren erweitert. Dennoch ist die Nachfrage in den Hauptmonaten insbesondere samstags zum Teil so hoch, dass alle Verfügbarkeiten ausgeschöpft sind, das heißt, alle verfügbaren Guides beziehungsweise Gästeführer:innen und Anbieter:innen sind ausgebucht. Zu Frage 3: Der Mehrsprachigkeit für Bremen wird ein hoher Stellenwert beigemessen, da die Stadt Touristen aus der ganzen Welt anzieht. Rund 20 Prozent der statistisch erfassten Übernachtungen in Bremen werden von ausländischen Reisenden gebucht. Dieses Verhältnis spiegelt sich exakt in den individuell gebuchten Stadtführungen über die WFB-Abteilung Bremen Tourismus ab: Rund 80 Prozent der Stadtführungen werden auf Deutsch und rund 20 Prozent in einer Fremdsprache gebucht. Über die Tourismusabteilung der WFB werden Stadtführungen in Bremen neben Deutsch und Plattdeutsch derzeit in 13 Fremdsprachen vermittelt, um einem breiten Publikum die Geschichte, Kultur und Sehenswürdigkeiten der Stadt näherbringen zu können. Bremen hat ein umfassendes Angebot an Stadtführungen zu verschiedenen Themen und für unterschiedliche Zielgruppen. Zusätzlich zu den öffentlichen Stadtführungen vermittelt die WFB rund 30 thematische Führungen in Bremen, dazu gehören zum Beispiel auch Führungen speziell für Schüler:innen, Fahrradrouten, Rundfahrten und Besichtigungen von Unternehmen. So bietet beispielsweise Mercedes die Werksbesichtigung und Beck’s die Brauereiführung auf Deutsch und auch auf Englisch an. Weitere Anbieter:innen von Führungen in Bremen wie StattReisen, ARTtours, Bremenlotsen, Stadtgeschichten Bremen und andere bieten ebenfalls täglich Themen- und Stadtführungen an, in der Regel jedoch nur auf Deutsch. Da der Mehrsprachigkeit ein hoher Stellenwert zugewiesen wird, um ausländischen Gästen adäquate Angebote bieten zu können, werden zusätzlich neue digitale Möglichkeiten erwogen, um die multilingualen Angebote für die Besuchenden zu erweitern, beispielsweise über KIÜbersetzungstools – Realtime oder Ähnliches –, die während einer Führung eingesetzt werden können. In anderen Ländern gibt es bereits Einsatzbeispiele, die von der WFB hinsichtlich Kosten und technischen Voraussetzungen auf eine Umsetzungschance in Bremen geprüft werden. Vor diesem Hintergrund bewertet der Senat die Mehrsprachigkeit des Angebots und die Aktivitäten der WFB für Stadtführungen in Bremen insgesamt positiv, da abgesehen von einem steten Bedarf an weiteren Gästeführer:innen eine umfassende Vielsprachigkeit in den Führungen möglich ist. Die meistgebuchten Angebote, wie beispielsweise Stadtführungen, Rathausführungen, Brauereiführungen, Röstereiführungen und Nachtwächterführungen, sind auf Anfrage durchweg auch auf Englisch und in vielen weiteren Sprachen buchbar. Da rund 20 Prozent der statistisch erfassten Übernachtungen in Bremen von ausländischen Reisenden gebucht werden, ist auch zukünftig täglich eine Stadtführung für englischsprachige Gäste vorgesehen, entweder zweisprachig Deutsch/Englisch oder eine rein englischsprachige Führung. Zusätzlich ist es wünschenswert, dass je nach Nachfrage Stadtführungen in weiteren Fremdsprachen vermittelt werden können. Begrüßt wird, dass die WFB aktiv neue Gästeführer:innen – insbesondere für Fremdsprachen – sucht und in die Auftragsvermittlung aufnimmt. – So weit die Antwort des Senats!
