Kathrin Moosdorf
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zu Frage 1: Hinsichtlich der Begrifflichkeit ist grundsätzlich zwischen Hitzejahren und Trockenjahren zu unterscheiden. Ein Hitzejahr muss nicht gleichzeitig ein Trockenjahr sein, wenn trotz hoher Temperaturen ausreichend Niederschläge fallen. Der Antwort wird vorangestellt, dass sich die Beantwortung der Fragen vorrangig auf das Kriterium der Trockenheit bezieht. Der Zustand der öffentlichen Grünanlagen nach den Trockenjahren kann ganz allgemein als geschwächt bezeichnet werden. Die Trockenheit führte zu geringerem Wachstum, abgestorbenen Pflanzen und einer Zunahme ausbreitungsintensiver Pflanzen wie des japanischen Staudenknöterichs und der heimischen Brombeere. Beim Baumbestand hat die Vitalität im Allgemeinen leicht abgenommen. Verkehrssichernde Maßnahmen, insbesondere die Totholzentnahme, haben in den vergangenen Jahren zugenommen, die Pflegeintervalle sind kürzer geworden. Die regenintensiven Jahre 2023 und 2024 konnten den Grundwasserspiegel auffüllen und haben im Allgemeinen zur Regeneration der öffentlichen Grünanlagen geführt. Zu Frage 2: In öffentlichen Grünanlagen wird bis auf wenige Ausnahmen auch in Trockenjahren nicht zusätzlich gewässert. Gewässert werden Jungbäume, unabhängig davon, ob sie in öffentlichen Grünanlagen oder im Straßenraum stehen. Die Trockenjahre bedeuten einen höheren Arbeitsaufwand und höhere Kosten bei der Baum- und Grünanlagenpflege. Bei Sanierungs- und Neubaumaßnahmen in öffentlichen Grünanlagen werden Prinzipien der blau-grau-grünen Infrastruktur sowie des Schwammstadtkonzeptes mitgedacht. Im Bürgerpark wird grundsätzlich kein Trinkwasser für die Bewässerung verwendet. Zu Frage 3: Im Zuge der Umsetzung des Handlungskonzepts Stadtbäume sowie dem Tagesgeschäft des Umweltbetriebs Bremen wird in einem kontinuierlichen Prozess geprüft, welche alternativen Wasserressourcen für die Bewässerung genutzt werden können. So wird unter anderem Wasser aus Oberflächengewässern oder aus Tiefbrunnen für die Bewässerung der Jungbäume genutzt. Langfristiges Ziel ist, kein Trinkwasser mehr für die Jungbaumbewässerung verwenden zu müssen. Des Weiteren werden bei Sanierungs- und Neubaumaßnahmen in öffentlichen Grünanlagen Prinzipien der blau-grau-grünen Infrastruktur sowie des Schwammstadtkonzeptes mitgedacht. Das Auffangen von Niederschlagswasser in Zisternen ist ein Baustein, dessen Umsetzungsmöglichkeit in der Schlüsselmaßnahme Handlungskonzept Schwammstadt der Klimaanpassungsstrategie Bremen/Bremerhaven betrachtet werden wird. – So weit die Antwort des Senats!
