Kathrin Moosdorf
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrten Damen und Herren! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zu Frage 1: Die urbanen Klein- und Parkgewässer haben einen positiven Einfluss auf das Stadtklima. An heißen Sommertagen tragen sie durch ihre Kühlungsfunktion entscheidend zu einer verbesserten Aufenthaltsqualität in der Stadt bei. Die Bedeutung solcher Gewässer insbesondere zur zusätzlichen Speicherung von Regenwasser könnte je nach Lage und Situation weiter zunehmen. Die Nutzung als Wasserspeicher zur aktiven Pflanzenbewässerung in Trockenphasen ist aufgrund des geringen Wasservolumens für die meisten Parkgewässer nicht sinnvoll, da es schnell zu einem deutlichen Absinken des Wasserspiegels kommen würde. Zu Frage 2: Während der Dürreperioden in den vergangenen Jahren wurden in vielen Park- und Kleingewässern immer wieder niedrige Wasserstände beobachtet, so zum Beispiel von Juni bis August 2022 sowie im Juni 2023. Einige Gräben waren zeitweise sogar ausgetrocknet. Die Wasserqualitäten der einzelnen Gewässer unterscheiden sich zum Teil erheblich. Wasserqualitätsuntersuchungen an ausgewählten Parkgewässern im Förderprojekt „KlimPark – Klimaangepasste Parkgewässer in Bremen“ lassen auf eine geringe bis mäßige Belastung bei etwa der Hälfte der jeweils beprobten Fokusgewässer schließen. Bei der Beprobung wurden insbesondere der Nährstoffgehalt und physikochemische Parameter untersucht. Acht von 20 untersuchten Fokusgewässern im Sommer 2022 und 16 von 31 Fokusgewässern im Sommer 2023 haben hingegen Anzeichen einer zum Teil kritischen Belastung gezeigt. Defizite zeichnen sich vor allem durch geringe Sauerstoffwerte, hohe Nährstoffkonzentrationen oder übermäßiges Algen- oder Wasserlinsenvorkommen aus. Bei den meisten Kleingewässern spielen große Faulschlammablagerungen am Gewässergrund sowie exzessives Entenfüttern eine Rolle. Diese Effekte werden durch trockenheits- und hitzebedingte Niedrigwasserstände, verminderte Verdünnung von Nähr- und Schadstoffen und eine verringerte Sauerstoffaufnahmekapazität durch hohe Temperaturen verstärkt. Zu Frage 3: In dem Handlungskonzept für ein klimaangepasstes Management der Parkgewässer, welches im Projekt KlimPark bis Anfang 2025 durch die beteiligten Akteure erarbeitet wird, werden neben generellen Maßnahmen für ein angepasstes Management auch Status quo, Leitbild sowie konkrete Maßnahmen für eine Zustandsverbesserung gewässerspezifisch für Fokusgewässer definiert. Im Zuge dessen werden auch qualitativ unbedenkliche Niederschlagswassereinleitungen für die jeweiligen Teiche und Gräben mitgedacht, welche in einer Potenzialanalyse geprüft werden. Eine weitere effektive Maßnahme ist, den Schlamm aus den Gewässern zu entfernen. Dadurch können die Gewässermulden mehr Wasser aufnehmen und speichern. Dies schützt vor einer Austrocknung. – So weit die Antwort des Senats!
