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Heiko Strohmann

CDU 10.09.2025 Sitzungen 21/25

Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Frau Müller, gut, dass Sie das noch mal aufgegriffen haben mit den ukrainischen Flüchtlingen. Ich nannte das als Beispiel, die Frage, warum die – die sind ja nicht fauler, fleißiger, wie auch immer – in anderen Ländern schneller in den Arbeitsmarkt – –. Da liegt das Problem, und das ist leider auch das Problem, was wir in Bremen haben. Wenn Frau Bas jetzt sagt, mehr Bildung, dann wird das alles besser, glaube ich – –, das wird Bremer Kindern nicht viel nützen, (Abgeordnete Dr. Henrike Müller [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Oh doch!) denn wir haben siebzig Jahre hier falsche Bildungspolitik und sind da immer noch am Ende. Auch mit der Sprache: Ich kenne es im Grunde genommen – –. Wir haben ja Anfang der Neunzigerjahre sehr viele Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Polen bekommen, aus dem Kosovo, aus Jugoslawien, und die haben sich über den Arbeitsmarkt am besten integriert, auch sprachlich. Arbeiten ist im Grunde genommen die beste sprachliche Integration, denn es nützt nichts, wenn du einen Sprachkurs hast, wo du mit Landsleuten zusammen bist. Dann lernst du nie die Fremdsprache. Erst wenn du es musst, weil du dich verständigen musst. Das müsste eigentlich der Weg sein. Da könnten wir ja hier mit dem Jobcenter schon mal anfangen, und wir haben uns ja bei dem einen oder anderen schon über [Anmerkung der Redaktion: akustisch unverständlich], das können wir dann da auch machen. Ein Thema wollte ich noch mal mit dem Ausspielen der Gruppen, Ihren Vorwurf an die FDP – –: Wir müssen uns aber bewusst sein – –. (Abgeordnete Dr. Henrike Müller [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Der ging auch an Sie, Herr Strohmann!) Ja, wir müssen uns aber bewusst sein: Wenn wir diese Diskussion nicht führen, dann führen das andere, (Abgeordnete Dr. Henrike Müller [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Aber wenn andere falsche Debatten führen, kann ich sie doch nicht einfach übernehmen!) und wenn Sie sich die Wahlergebnisse der AfD gerade in diesen Bereichen, wo es wirklich – –. Ich weiß, dass in Oberneuland die Menschen nicht so große Sorgen haben im Kampf um die Ressourcen, dass das in Gröpelingen schwieriger ist, dass im Grunde genommen das Verhetzungspotenzial Zugewanderter, Flüchtlinge mit niedrigschwellig auf dem Arbeitsmarkt lebenden Gröpelingern, Alt-Gröpelingern da intensiver ist. (Abgeordnete Dr. Henrike Müller [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Aber dann müssen Sie aufklären, nicht noch weiter Öl ins Feuer gießen!) Aber wir müssen – –. Ja, natürlich aufklären! Ja entschuldigen Sie, was meinen Sie denn, was wir da den ganzen Tag beim Infostand machen? (Abgeordnete Dr. Henrike Müller [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sehr gut!) Und dann kommt jemand und sagt zu mir: „Lieber Herr Strohmann,“ – ich wollte ihm einen Kugelschreiber geben – „nein, nein, ich wähle die AfD. Ich wollte Ihnen das nur noch mal erklären“, und das ist ein paarmal passiert. (Abgeordneter Jan Timke [BÜNDNIS DEUTSCHLAND]: Die Brandmauer wirkt!) „Ich bin hier seit ewigen Zeiten, war nicht so gut in der Schule, konnte keine richtige Ausbildung machen, ich wohne hier in Gröpelingen, ich kann mir keine andere Wohnung leisten – alles gut und schön. Dann kamen die Flüchtlinge. Ich habe gesagt, prima, wir müssen diesen Menschen helfen. Aber warum wohnen die in den neuesten Wohnungen in Walle, in der Überseestadt, und ich muss hier noch in meiner Bruchbude weiterhin wohnen?“ Ja, Sie können jetzt schütteln mit dem Kopf – ich habe mir das nicht ausgedacht! Wir müssen darüber nachdenken, wie wir mit diesen Menschen umgehen. Ich sage Ihnen voraus: Wenn Sie so weitermachen mit dem Ignorieren dessen, was die Menschen auf der Straße sprechen, werden wir beim nächsten Mal sechzehn Prozent AfD in dieser roten Stadt Bremen haben, was unvorstellbar ist! (Abgeordnete Dr. Henrike Müller [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Malen Sie es doch nicht an die Wand, sondern machen Sie Ihren Job! – Zuruf Abgeordnete Katharina Kähler [SPD]) Es wird so kommen! Es wird so kommen, ich sage es Ihnen voraus! Wir werden im Protokoll nachgucken. Darüber müssen wir auch reden. Mit dieser sozialromantischen Rhetorik werden wir nicht weiterkommen. (Beifall CDU – Widerspruch SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke)

Alle Reden von Heiko Strohmann Protokoll (PDF) ↗