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Falk Peschel

BSW 20.11.2025 Sitzungen 8/22

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Mit dem vorliegenden Antrag zur frühkindlichen Sprachförderung und schulischen Sprachbildung setzen wir heute ein wichtiges und vor allem sehr praxisrelevantes Signal, Herr Hohloch. Für die Initiative zu diesem Antrag möchte ich mich an dieser Stelle bei meinen Kolleginnen Katja Poschmann und Elske Hildebrandt ausdrücklich bedanken. Wir haben sehr schnell, akkurat und zielführend agiert, um diesen Antrag für das heutige Plenum einreichen zu können. Unser Antrag zeigt: Wir können mit wenig Aufwand sehr Konkretes für Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte erreichen. Sprache ist ein Schlüssel – nicht irgendeiner, sondern der, der erfolgreiche Bildungsbiografien ermöglicht. Herr Hohloch, hier wurde ein Problem erkannt, und die Koalition macht einen Vorschlag zu einer Lösung. Punkt. Zahlreiche Studien belegen, dass frühe sprachliche Kompetenzen von Kindern maßgeblich darüber entscheiden, wie Kinder im späteren Bildungsweg zurechtkommen. Wer früh gut gefördert wird und über einen reichen Wortschatz, sprachliche Sicherheit und Ausdrucksfähigkeit verfügt, hat es beim Erlernen von Lesen und Schreiben und beim Verstehen von Aufgabenstellungen leichter. Sprache beeinflusst nicht nur die schulischen Leistungen, sondern auch Selbstvertrauen, Teilhabe und Lebenschancen. Genau hier setzen wir mit unserem Antrag an: Wir wollen frühkindliche Sprachförderung konsequent stärken, und zwar so, dass sie dort ankommt, wo sie am wirksamsten ist – in den Kitas und Grundschulen und bei der engen Kooperation zwischen diesen beiden Institutionen. Der Übergang von der Kita in die Schule ist in der Entwicklung eines Kindes ein sensibler Moment. Wenn dieser Übergang professionell begleitet und pädagogisch verbunden gestaltet wird, profitieren alle Beteiligten, vor allem aber die Kinder. Deshalb braucht es eine intensive Kooperation zwischen Kitas und Schulen, regelmäßige Austauschformate, gemeinsame Fortbildungen und abgestimmte Förderkonzepte. Sprachentwicklung ist ein Prozess, der fließend gestaltet werden muss. Ein weiterer zentraler Punkt unseres Antrags ist die Stärkung altersgemischter Lerngruppen, die sich bereits in vielen Einrichtungen bewährt haben. Kinder lernen voneinander. Die Jüngeren profitieren vom sprachlichen Vorbild der Älteren. Die Älteren wiederum stärken ihre eigenen Kompetenzen, wenn sie erklären, erzählen, unterstützen. Altersmischung ist keine organisatorische Notlösung, sondern ein pädagogischer Gewinn. Sie entspricht der Lebensrealität der Kinder und unterstützt ihre Sprachentwicklung im Alltag ganz natürlich. Wir wissen, dass gute Konzepte allein nicht ausreichen. Sie brauchen Menschen, die sie umsetzen – qualifizierte, motivierte und gut unterstützte Fachkräfte. Deshalb ist es uns ein zentrales Anliegen, bestehende Fachkräfte zu halten, ihnen Weiterbildung zu ermöglichen und zugleich neue Fachkräfte für diesen wichtigen Bereich der frühkindlichen Bildung zu gewinnen. Sprachförderung gelingt nur mit Menschen, mit Erzieherinnen und Erziehern, mit Lehrkräften, mit multiprofessionellen Teams. Ihre Arbeit ist ein Fundament unserer Bildungslandschaft, und dieses Fundament müssen wir stärken. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die frühzeitige Kompetenzfeststellung. Wir wollen, dass Sprachstände von Kindern früh, sensibel und professionell erfasst werden – nicht, um zu stigmatisieren, sondern um gezielt und rechtzeitig zu fördern. Wenn wir wissen, was ein Kind braucht, können passgenaue Maßnahmen angeboten werden – spielerische Angebote, individuelle Unterstützung und zusätzliche Sprachprogramme. Es geht darum, Chancen zu eröffnen, nicht darum, Hürden aufzubauen. Sehr geschätzte Kolleginnen und Kollegen, mit diesem Antrag machen wir deutlich: Wir nehmen Sprache und Sprachförderung ernst, wir nehmen Bildung ernst, und wir nehmen die Bedürfnisse unserer Kinder ernst. Frühkindliche Sprachförderung und schulische Sprachbildung sind keine Randthemen; sie gehören in den Mittelpunkt einer zukunftsorientierten Bildungspolitik. Ich bitte Sie daher um Ihre Unterstützung für diesen gemeinsamen Antrag. – Vielen Dank. (Beifall BSW und SPD sowie vereinzelt CDU)

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