Elske Hildebrandt
Danke, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Sie haben gerade gesagt, dass – ich übersetze mal – Migration daran schuld sei, dass die Sprachentwicklung in den Kitas nicht vorangehe. Ich erinnere Sie: Spätestens in dem Fachgespräch – vielleicht waren wir in unterschiedlichen Fachgesprächen – wurde sehr deutlich, dass es gerade in der frühkindlichen Bildung, gerade in der frühkindlichen Sprachbildung überhaupt nicht davon abhängt, ob man Deutsch als Erstsprache oder als Zweitsprache lernt, dass das also in der Kita überhaupt kein Problem ist, sondern eine Vielfalt schafft. – Waren Sie nicht dabei? Oder haben Sie das anders in Erinnerung? Studien und Experten haben uns diese Einschätzung noch einmal bestätigt. Dennis Hohloch (AfD):* Erstens, Frau Hildebrandt, habe ich gesagt: Die SPD ist daran schuld, nicht ausschließlich die Migration. Erst einmal sind Sie daran schuld, dass die Kinder in unseren Schulen nichts mehr lernen. (Beifall AfD) Das ist eindeutig so, weil Sie seit 35 Jahren das Bildungsministerium führen. – Frau Poschmann schüttelt den Kopf. Frau Poschmann, wer ist dann daran schuld, wenn nicht die Minister, die dieses Ministerium geführt haben? (Zuruf des Abgeordneten Ludwig Scheetz [SPD]) November 2025 39 Wenn Sie auf das Fachgespräch Bezug nehmen, Frau Hildebrandt, dann sind wir offensichtlich in zwei unterschiedlichen Fachgesprächen gewesen, denn nur eine einzige Anzuhörende, von der Humanistischen Hochschule Berlin, hat gesagt, dass Vielfalt in jeder Hinsicht ein Vorteil für die Sprachentwicklung sei; sie hat sogar behauptet, dass wir davon abkommen müssten, in den Schulen nur Deutsch zu lernen. Offensichtlich haben wir ein solches Problem mit Überfremdung an unseren Schulen, dass wir Deutsch sowieso nicht mehr vermitteln können, meine Damen und Herren. (Zuruf der Abgeordneten Katja Poschmann [SPD]) Damit komme ich zum zweiten Punkt; ich würde Ihre Frage gern weiter beantworten. – Obwohl, Sie melden schon eine Kurzintervention an. Dann besprechen wir das nachher, und ich fahre jetzt mit meiner Rede fort; vielen Dank. Meine Damen und Herren, Sie verschweigen in Ihrem Antrag – das erklärt auch Ihre Frage – die Ursachen für diese Entwicklung. Das sind die Corona-Maßnahmen, die Sie getroffen haben. (Zuruf des Abgeordneten Wolfgang Roick [SPD]) Sie werden jetzt wieder mit dem Kopf schütteln. Stimmt, die Schüler haben Ihretwegen ja keine zwei Jahre verloren. Zu den Ursachen zählen auch die fehlenden Ausbildungsinhalte hinsichtlich der Sprecherziehung für Kitapersonal und Lehrer. Ich kann Ihnen das bestätigen. Ich hatte in meinem Studium – das war zwar nicht in Brandenburg, aber in Mecklenburg-Vorpommern – nur ein Seminar zum Thema Sprecherziehung. Dazu zählt auch, dass der Einfluss des sogenannten Gendersprechs ignoriert wird. Ferner haben Sie die Sprachanforderungen bei der Ausbildung und der Einstellung unseres Kitapersonals auf das Sprachniveau B2 abgesenkt, damit Sie Ukrainer einstellen können, die unseren deutschen Kindern dann Deutsch beibringen sollen, meine Damen und Herren. Das ist die Strategie der SPD. (Beifall AfD) Dazu zählt die ausufernde Digitalisierung an unseren Schulen und in unseren Kitas. Sie sperren sich bis heute, ein Handyverbot in unseren Kitas einzuführen. Dazu zählen auch die steigenden Bildschirmzeiten, der exzessive Medienkonsum, auch im privaten Raum, und die Explosion der Migrationszahlen. Das kann jeder normale Mensch, der in diesem Land herumläuft und es noch versteht und kennt, bestätigen. Meine Damen und Herren, kommen wir zu Ihren Forderungen: Alle Forderungen, die Sie aufstellen, können Sie sich sparen, weil sie alle unter Finanzierungsvorbehalt stehen. Sie haben also den Minister zu Dingen aufgefordert, die gar nicht im Haushalt stehen, und wissen, dass der Großteil davon gar nicht durchführbar ist. Das ist vor allem vor dem Hintergrund besonders lustig, dass Sie 345 Lehrerstellen gestrichen haben und Sie die Herausbildung grundlegender Kulturtechniken nicht weiter fördern, obwohl sie offensichtlich nicht funktionieren. Aber Sie nehmen aus dem Sondervermögen 15 Millionen Euro für die Demokratiebildung und die Jugendbildungsstätten. Dafür haben Sie Geld, aber für die Sprecherziehung unserer Kinder haben Sie es nicht. (Beifall AfD) Das Vorziehen der Sprachstandsfeststellung um ein Jahr – was soll uns das bringen, meine Damen und Herren? Ja, wir wissen dann ein Jahr früher, ob das Kind Sprachdefizite hat oder nicht. Doch was sagt Frau Poschmann? Dann wissen die Eltern früher, dass sie ihr Kind zu einem Logopäden schicken sollen. Das Problem ist, es gibt keine Logopäden in diesem Land. Das heißt also, Sie verweisen auf einen Mangelberuf, der diesen Bedarf an Förderung gar nicht auffangen kann, meine Damen und Herren. Zudem wollen Sie die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule, (Zuruf des Abgeordneten Ludwig Scheetz [SPD]) aber das soll ohne bürokratischen Aufwand geschehen. Also wissen Sie, dass das nie passieren wird, weil so etwas in Deutschland völlig unmöglich ist. Nächster Punkt: altersgemischte Lerngruppen. Sie schreiben oben in Ihrem Antrag – ich zitiere –, man lerne durch „die Qualität sprachlicher Interaktionen“. Sie können mir nicht weismachen, dass die Kinder in einer Flexklasse besser Deutsch lernen, weil sie mit einem Zweitklässler, der selbst kein Deutsch kann, besseres Deutsch lernen. Das ist absoluter Blödsinn! (Beifall AfD) Kinder lernen durch Sprachvorbilder – die Erzieher, die Lehrer und die Familie, meine Damen und Herren. Dann: Fortbildungen zur Grundkompetenz Deutsch durch das LIBRA. – Wenn das bis heute noch nicht erfolgt ist, frage ich mich, was dieses LIBRA überhaupt macht, wenn es keine Fortbildungen zum Thema Grundkompetenz Deutsch entwickelt. Doch kommen wir zum letzten Punkt. Das ist der Punkt, den ich am allerbesten finde; denn wir haben 13, 14, 15 Mal beantragt, Englisch in der 1. und 2. Klasse zu streichen und die Stunden auf Mathe und Deutsch verteilen. Frau Poschmann hatte dazu gesagt: Wie kommen Sie eigentlich auf die Idee, dass unsere Kinder auf die erste Fremdsprache in den ersten Schuljahrgängen gänzlich verzichten sollen? Was glauben Sie eigentlich, wie unsere Kinder so in der globalen Welt mithalten können? Meine Damen und Herren, jetzt fordert die SPD genau das! Ich bin sehr dankbar, dass Sie endlich wach geworden sind. Vielleicht läutern Sie sich ja noch und distanzieren sich von den Aussagen, die Sie in der Vergangenheit getroffen haben. Das verlangen Sie von uns auch oft. Doch, meine Damen und Herren, wie kann die Sprachförderung funktionieren? Wir haben Ihnen einen Änderungsantrag vorgelegt. Wir müssen die Sprecherziehung und die Sprechwissenschaften in den Ausbildungsplänen für Berufe in der Kita und im Studium für Lehrer stärker verankern – nach dem Vorbild der DDR. Bei der Einstellung unserer Kitaerzieher wird mindestens wieder das Sprachniveau C1 gebraucht; Sie müssen also die Kita-Personalverordnung anpassen. Wir brauchen ein Handyverbot in Kindergärten und Grundschulen. Das haben übrigens alle angehörten Fachleute gefordert; komischerweise steht es nicht in Ihrem Antrag. Alle Erscheinungsformen des Genderns müssen verboten werden. Wer gendert, kann kein Deutsch, meine Damen und Herren. Wir brauchen einen Bildungsplan für die letzten beiden Kitajahre und damit die Vorschule in diesem Land. Jetzt komme ich zum letzten Punkt: Wir brauchen eine zeitlich befristete Abschaffung der ersten Fremdsprache und vor allem Deutsch vor Regelbeschulung und eine Migrationsobergrenze. Wer das durchführt, fördert die Sprachentwicklung unserer Kinder. Das ist ein Erfolgskonzept, und es kommt von der AfD. – Vielen Dank. (Beifall AfD)
