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Klara Schedlich

GRÜNE 10.04.2025 Sitzungen 19/65

[Die Abgeordnete setzt ein Headset auf.] Sehr geehrte Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist der beste Satz aus dem neuen Koalitionsvertrag auf Bundesebene. „Wir erkennen die Gemeinnützigkeit des E-Sports an“ – GG. Zumindest haben sich das CDU und SPD vorgenommen oder werden es sich vornehmen. Wir hoffen, dass sie es auch umsetzen. Das ist ehrlicherweise einer von wenigen Sätzen aus dem neuen Koalitionsvertrag, von dem ich hoffe, dass er umgesetzt wird. [Die Abgeordnete setzt das Headset ab.] Aber viele denken beim Thema E-Sports immer noch an das Stereotyp vom Gamer, der im Keller mit seinem Energydrink sitzt, sich die Nächte um die Ohren schlägt und sozial verkümmert. Wie schon beim letzten Mal in meiner dann als linksextrem betitelten Rede ausgeführt, durch Gemeinnützigkeit können Vereinsstrukturen entstehen, in welchen junge Menschen zusammenkommen, Medienkompetenz gestärkt wird und auch Suchtprävention stattfinden kann. Gaming kann aber noch so viel mehr. Es wirkt erstens gegen Einsamkeit. Es ist ein wichtiger sozialer Begegnungsraum auch in der Coronapandemie gewesen. Auch Barrierefreiheit ist ein großer Vorteil von Gaming, denn etwa für chronisch kranke Personen, die vor allem zu Hause leben, oder für sehbehinderte Menschen und für viele andere Institutionsbedarfe ist das eine Teilhabemöglichkeit, die es auch deswegen schon zu fördern gilt. Außerdem, um mit dem Vorurteil Gamer aufzuräumen: Nach einem Jahresbericht der deutschen Gamesbranche 2021 zocken rund 60 Prozent der Deutschen. Das ist spannend, oder? Ich wette, dass gerade in diesem Moment mindestens eine Person aus dem Kollegium heimlich am Handy spielt. Man sieht es schnell an den Zahlen. Zocken, das machen nicht nur junge Männer. Das Durchschnittsalter liegt bei 37 Jahren. Da sind manche von Ihnen näher dran als ich, würde ich sagen. Und ja, auch ein Level-340-Account bei Candy Crush gilt als Zocken. Gaming ist ein Bereich, der viel mehr Menschen betrifft, als es oft zugestanden wird. Die Bedenken bezüglich der Sucht sind verständlich. So ist etwa das Thema Lootboxen in Spielen etwas, womit wir uns ernsthaft beschäftigen müssen. Umso wichtiger ist es, dass hoffentlich bald in Vereinen Suchtprävention stattfinden kann. Dort werden die Menschen dann direkt erreicht, und das könnte Wirklichkeit werden. Wir gehen auch in Berlin heute einen wichtigen Schritt und beschließen, dass es eine Studie zur E-Sport-Förderung für Berlin geben wird. Dann muss es aber auch weitergehen und umgesetzt werden, was die Studie empfiehlt. Sie darf keinen Stillstand und kein Aussetzen bedeuten; darauf werden wir achten. Ich möchte mich bei der Kollegin Wolff und beim Kollegen Hack – das können Sie ihm ja ausrichten – für die gute Zusammenarbeit bei dem Thema bedanken und hoffe, dass wir weiter vorankommen und es weiter auf der Tagesordnung lassen. Räumen wir mit den Vorurteilen auf, und erkennen wir an, dass Gaming mehr als die Hälfte unserer Bevölkerung beschäftigt! Ob man nun am Handy bei Subway Surfers – alles cool, alles bestens! – über Züge springt, auf der Switch mit dem Paraglider durch die Open World segelt oder am PC entscheidet, sich in einen Mind Flayer zu verwandeln – Gaming begeistert und ist schon lange fester Bestandteil im Alltag vieler Menschen. Also machen wir weiter! – Vielen Dank! [Die Abgeordnete setzt ihr Headset wieder auf. – Beifall bei den GRÜNEN und der LINKEN – Zurufe von der AfD: Oh!]

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