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Klara Schedlich

GRÜNE 10.04.2025 Sitzungen 19/65

Guten Tag, Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn ich als junger Mensch vor der Frage stehe, ob ich eine Ausbildung beginnen möchte, gibt es da einige Faktoren: die zu geringe Ausbildungsvergütung, dass ich vielleicht keinen Wohnraum finde, vielleicht komme ich auch überhaupt nicht auf die Idee, eine Ausbildung zu machen, weil ich das Angebot gar nicht kenne, oder ich möchte eine Ausbildung machen, aber finde keinen Ausbildungsplatz. Wenn eine junge Person dann in der Ausbildung ist und es Probleme im Betrieb oder mit anderen Lebensumständen gibt, dann gibt es nicht für alle die Möglichkeit, sich zu beschweren und Hilfe zu erhalten. Deswegen beschließen wir heute – gemeinsam, Kollege Meyer –, dass es in Berlin eine Beratungs- und Beschwerdestelle für Azubis geben soll. Damit sind noch nicht alle Probleme gelöst, aber es ist ein guter Anfang. Für alle anderen Probleme gibt es seit neun Monaten einen Antrag meiner Fraktion, der dem Haus vorliegt und dem Sie dann im Gegenzug hoffentlich auch bald zustimmen werden. [Beifall bei den GRÜNEN] Einiges ist mir noch nicht hundertprozentig klar, aber ich bin mir sicher, dass wir es in weiteren Beratungen und gemeinsam mit der zuständigen Senatorin lösen können. Damit eine solche Stelle funktioniert, muss mehr passieren als die Einbindung der Gewerkschaften. Doch wie genau, das bleibt erst einmal noch unklar. Wir wollen, dass dieses zentrale Angebot den Auszubildenden auch nahegebracht wird und dass alle davon wissen, dass es eine Beschwerdestruktur gibt, an die man sich wenden kann. Auch wie das passiert, ist noch nicht final geklärt. Auch welche Kriterien der Träger erfüllen muss, der die Beschwerdestelle leiten soll, ist noch unklar. Wie die Strukturen an dieser Stelle konkret aussehen sollen, und wie das Ganze schließlich finanziert wird: Wir freuen uns, wie gesagt, darauf, das gemeinsam mit der Koalition, der dieses Thema ja nun bekanntermaßen wichtig ist, zu erarbeiten. Was wir brauchen, ist ein durchdachtes Konzept, und das Konzept liegt eigentlich auf der Hand, denn es ist das Auszubildendenwerk Berlin. Doppelstrukturen bringen niemandem etwas. – Deswegen, Frau Senatorin Kiziltepe – Sie haben ja auch die Möglichkeit, hier im Plenum das Wort zu ergreifen –, freuen wir uns jederzeit über positive Botschaften darüber, ob es mit dem Azubiwerk vorangeht und wann wir damit rechnen können. Das Azubiwerk wäre ein Ort, der nicht nur Beratung bietet, sondern auch Wohnraum, psychologische Unterstützung, Kinderbetreuung und viele weitere Angebote anbieten kann. Eine Beschwerdestelle allein wird die Ausbildungskrise nicht lösen, aber ein Azubiwerk, das umfassend unterstützt und echte Perspektiven schafft, wird einen Unterschied machen. Die jungen Menschen in Berlin haben es verdient, dass wir ihnen mehr als nur halbe Lösungen bieten. Sie haben es verdient, dass wir ihnen zeigen: Berlin ist eine Stadt, die an sie glaubt, eine Stadt, die sie unterstützt, eine Stadt, die in die eigene Zukunft investiert – denn auch wir alle haben ja etwas davon, wenn wir den Fachkräftemangel gelöst bekommen. Deswegen freue ich mich sehr, gleich dem Antrag zuzustimmen und eine Beschwerdestelle in Berlin zu implementieren, und ich freue mich ganz besonders, wenn wir es auch diese Legislaturperiode noch hinbekommen, beim Azubiwerk große Schritte voranzukommen. Wie gesagt, vielleicht hören wir von der Senatorin selbst ein paar Worte. – Vielen Dank! [Beifall bei den GRÜNEN – Vereinzelter Beifall bei der SPD und der LINKEN]

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