Sven Meyer
Sehr geehrte Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Auszubildende – das ist eigentlich schon fast ein landläufiger Ausspruch – sind unsere Zukunft. Sie sind nicht nur die Fachkräfte von morgen, sie sind auch potenzielle Ausbildende, sie sind das Fundament unserer Wirtschaft. Man muss sagen, dass das, was wir hier in Deutschland haben, die Duale Ausbildung, etwas ist, worauf wir stolz sein können. Es ist etwas, wofür wir in vielen Ländern beneidet werden, und wir merken, wie erfolgreich dieses Modell ist, indem wir uns die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland anschauen. Sie ist in Europa mit Abstand die niedrigste. [Beifall bei der SPD und der CDU – Beifall von Damiano Valgolio (LINKE)] – Ich denke, da kann man wirklich applaudieren. – Denn es ist ein Modell, das Sie unterstützen müssen und das Sie zukunftsfähig machen müssen – das ist das große Ziel. Darüber haben wir hier in diesem Plenum auch schon sehr oft gesprochen, und ich glaube, darüber sind wir uns alle auch einig. Gleichzeitig haben wir in Berlin jedoch ein großes Problem, eine große Herausforderung: Wir haben die höchsten Abbrecherquoten in ganz Deutschland, und da geht es nicht darum, Ausbildungsbetriebe schlechtzureden – ganz im Gegenteil. Ich habe sehr viele besucht, ich habe engagierte Ausbildungsbetriebe besucht, ich habe kennenlernen können, wie Ausbilderinnen und Ausbilder wirklich auch noch in der Freizeit engagiert sind, auszubilden, wie sie bei privaten Problemen unterstützen, helfen und begleiten. An dieser Stelle möchte ich an alle diese Ausbildungsbetriebe, die damit auch die Zukunft mitgestalten, einen ganz herzlichen Dank senden! [Vereinzelter Beifall bei der SPD, der CDU, den GRÜNEN und der LINKEN] Dennoch, das muss man leider sagen, haben sie auch große Probleme, und das sehen wir eben bei den Abbrüchen. Wir sehen – das hat zum Beispiel der DGB-Ausbildungsreport gezeigt – eine sehr große Unzufriedenheit bei den Auszubildenden. Die Gründe sind sehr vielfältig, beispielsweise fehlende Betreuung, fehlende Anleitung im Betrieb, Überlastung, didaktisch schlecht geschulte Ausbilderinnen und Ausbilder und so weiter und so fort. Da geht es, wie gesagt, nicht darum, dass es alle Ausbildungsbetriebe sind, sondern es ist auch in der Struktur angelegt. Viele Ausbildungsbetriebe sind aktuell, auch aufgrund des Fachkräftemangels, maßgeblich überfordert. Hier geht es darum, Auszubildende zu unterstützen. Es geht darum, ihnen möglichst früh Möglichkeiten zu geben, wo sie sich Beratung holen können und wo sie Unterstützung bekommen – mit einem niedrigschwelligen Angebot. Denn eines ist sicher: Je früher Auszubildende Unterstützung und Beratung bekommen, umso früher kann man die Probleme lösen, und dann besteht auch die Hoffnung, dass ein Ausbildungsverhältnis nicht abgebrochen, sondern weitergeführt wird, dass Ausbildungsbetrieb und Auszubildender zusammenkommen. Deswegen ist es notwendig, diese niedrigschwelligen Angebote zu machen, und genau das wollen wir hier implementieren: nicht mit ganz neuen Beratungsstellen, sondern indem wir die Beratungsstellen, die wir haben, erweitern und unterstützen, das Angebot auszuweiten, um damit langfristig die Ausbildungsabbrüche zu senken und die Ausbildung insgesamt zu stärken – für die Auszubildenden, aber letztlich auch für die Ausbildungsbetriebe. Aus diesem Grund bitte ich um die Zustimmung für diesen Antrag, aber man hat im Ausschuss auch schon gesehen: Eigentlich sehen alle demokratischen Parteien dieses Problem, wollen die Auszubildenden unterstützen und wollen daher auch dieses Projekt unterstützen. Ich freue mich, wenn wir es schaffen, die Abbrecherquote in Berlin deutlich zu senken und damit auch die duale Ausbildung und unsere Wirtschaft in Berlin zu stärken. – Vielen Dank! [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU, den GRÜNEN und der LINKEN]
