Dr. Matthias Kollatz
Sehr geehrte Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben ja verschiedene Anträge zu dem Thema Bauakademie. Wir haben einen, der von den Grünen und von der Linkspartei getragen wird, und wir haben einen, der von der Koalition von CDU und SPD getragen wird. Um zum einen Konsenspunkte und vielleicht auch ein paar Dissenspunkte zu markieren: Der Text von der Regierungskoalition wäre falsch verstanden, was man sozusagen indirekt ein bisschen aus dem Text von Grünen und Linkspartei schließen könnte, dass es dort um eine bloße Rekonstruktion geht. Das ist nicht der Fall. Eine museale historische Wiedererrichtung macht keinen Sinn. Um dazu einige Beispiele zu nennen: In der Schinkel’schen Akademie war das oberste Geschoss im Wesentlichen ein Archiv und hatte dementsprechend ganz extrem geringe Fensterflächen. Bauen, ein bisschen wie Schinkel das gewollt hätte und auch machen würde, ist natürlich kein museales Gebäude, mit dem man nichts anfangen kann, sondern ein Gebäude, in dem auch heute dann gearbeitet werden kann, ja auch gearbeitet werden soll. Also Beleuchtung muss her! Das heißt insbesondere Tageslicht. Schinkel würde kein ungenutztes Gebäude wollen. Es ist aber möglich – und das unterscheidet dann sicherlich die beiden Anträge –, die historische Fassade an drei Seiten herzurichten. Und das muss auch kein unmodernes Bauwerk sein, sondern nach meinen Informationen ist auch bereits geklärt, dass es die Möglichkeiten gibt, gebrauchte Ziegel einzusetzen. Und mit gebrauchten Ziegeln erreicht man einen ausgesprochen hohen ökologischen Wert auch in der Baukonstruktion. Moderne Anforderungen sind dann behindertengerechter Zugang, elektrische Außenbeleuchtung, Liefermöglichkeiten, auch Einsatz von alternativen Energien. Dazu muss man die Möglichkeiten schaffen. Das ist deswegen auch in dem Text der Regierungskoalition vorgesehen. Der Antrag von Grünen und Linkspartei verfolgt dort ein anderes Konzept. Man muss mit dem Bund verhandeln. Das Grundstück ist von Berlin dem Bund veräußert, übertragen worden, und der zuständige Senator Christian Gaebler braucht also auch ein gescheites Mandat dazu. Es geht dabei darum, wenn man so will, ein herausragendes Beispiel für Wiederverwendung abzuliefern und damit die Hauptstadt aufzuwerten. – Danke! [Beifall bei der SPD – Vereinzelter Beifall bei der CDU]
