Sandra Khalatbari
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Zuhörende! Mit dem Gesetz zur Erweiterung von Funktionsstellen an Grundschulen machen wir uns auf den Weg zur weiteren Professionalisierung der Grundschule. In jeder Oberschule im Land Berlin gibt es für einzelne Fächer oder Fachbereiche Funktionsstellen. Diese Fachleiterinnen oder Fachleiter mit der Besoldungsstufe A 14 oder E 14 und die Fachbereichsleiterinnen oder Fachbereichsleiter mit Besoldungsstufe A 15 oder E 15 stehen beispielhaft für die Qualitätsentwicklung in den Unterrichtsfächern jeder Einzelschule. Diese Praxis hat sich in vielen, vielen Jahren in der Berliner Oberschule bewährt. In allen Berliner Grundschulen gab es zwar schon seit einigen Jahren für die einzelnen Fächer Fachkonferenzen und jeweils einen Leiter oder eine Leiterin; die dort erfolgte wesentliche inhaltliche Arbeit wurde allerdings ohne zusätzliche Bezahlung und ohne Ermäßigungsstunden geleistet. Diese Ungleichbehandlung konnte und durfte kein Dauerzustand bleiben. Jetzt nehmen wir vor allem in den Fächern Deutsch und Mathematik in der Grundschule beziehungsweise im Grundschulteil der Gemeinschaftsschule eine klare Priorisierung vor. Mit der Einrichtung von je einer Funktionsstelle einer Fachleiterin oder eines Fachleiters pro Fach – Deutsch, Mathematik – soll die Unterrichtsentwicklung für jede Einzelschule zielgenau gesteuert und optimiert werden. [Beifall bei der CDU – Beifall von Marcel Hopp (SPD)] Damit einhergehen wird eine Unterstützung der Lehrkräfte bei der Erfüllung der Rahmenlehrpläne und der schulinternen Curricula. Gleichzeitig wird ein wesentlicher Bestandteil für die Vergleichbarkeit der Leistungsbewertung garantiert. Mir als gelernter Lehrerin und langjähriger Schulleiterin wie auch den Eltern unter Ihnen hier im Plenarsaal dürfte ein Satz aus den Elternversammlungen sicherlich bekannt sein: Ich erwarte von der Grundschule, dass mein Kind hier Lesen, Schreiben und Rechnen lernt. Ohne diese Grundkenntnisse wird mein Kind weder in der weiterführenden Schule noch später im Leben zurechtkommen können. – Leider wissen wir auch, dass bisher zu viele Kinder die Grundschule verlassen und weder in Mathematik noch in Deutsch fit waren und sind. Die PISA-Ergebnisse haben uns das in höchst unschöner Regelmäßigkeit leider immer wieder bestätigt. Jetzt stehen wir an der Stelle, wo es einen echten Turnaround geben kann. Ich bin mehr als zuversichtlich, dass wir mit dieser Form der Professionalisierung das Erreichen der Regelstandards, wenn auch nicht vielleicht gleich sofort garantieren, aber doch wesentlich unterstützen können. Wir werden einen Meilenstein setzen, die Leistung der Schülerinnen und Schüler in der Primarstufe zu verbessern. Eine neue, zusätzliche Form der Professionalisierung wird den Beginn schulischen Lernens kennzeichnen. So werden wir von der Klasse 1 bis 12 beziehungsweise 13 alles tun, damit Schule im Land Berlin kurzfristig ins Mittelfeld und langfristig in die oberen Ränge der Vergleichsergebnisse aufsteigt. Bis an die Spitze des Rankings wird es ein langer und harter Weg werden, aber denken Sie bitte alle daran: Der Weg zum Erreichen dieses Ziels beginnt mit dem ersten Schritt. Und für die Fußballfreunde unter Ihnen möchte ich abschließend anmerken: Auch aus dem langjährigen „Vizekusen“ ist seit letztem Samstag „Meisterkusen“ geworden. Warum sollte die Schule im Land Berlin nicht auch zu bisher ungeahnten Höhen aufsteigen? – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! [Beifall bei der CDU – Vereinzelter Beifall bei der SPD]
